Öffentlicher Dienst

Schulen, Kitas, Ämter - Großer Streik am Dienstag in Berlin

Für die zentrale Demonstration rechnen die Gewerkschaften mit bis zu 10.000 Teilnehmern.

Am Dienstag beginnt der Ausstand

Am Dienstag beginnt der Ausstand

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben die Tarifbeschäftigten des Landes Berlin für Dienstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Schulen und Kitas sollen auch noch am Mittwoch bestreikt werden. Die Beschäftigten wollen Druck machen in der bundesweiten Tarifrunde für die Angestellten der Länder, die am Donnerstag und Freitag weiter verhandelt wird.

Für die zentrale Demonstration am Dienstagvormittag in Mitte rechnen die Gewerkschaften mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Treffpunkt ist um 9.45 Uhr am Alexanderplatz, die Streikenden ziehen dann zum Brandenburger Tor, wo gegen 11.15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Die Beteiligung am Streik dürfte sehr unterschiedlich ausfallen

Schwerpunkt des Ausstandes werden wieder die Kindertagesstätten der städtischen Eigenbetriebe und die Schulen mit ihren angestellten Lehrern und Hort-Erziehern sein. Nach Einschätzung der Senatsverwaltung wird etwa jede zweite Kita der öffentlichen Träger komplett geschlossen bleiben, andere bieten Notbetreuung an. Die Beteiligung dürfte aber in der Stadt sehr unterschiedlich ausfallen. So rechnen die Kita-Betriebe Nordost damit, dass von ihren 76 Kitas 61 an diesem Tag keine Kinder aufnehmen. Im Südwesten sind es nur ein gutes Drittel. Die Eltern sind aber seit der vergangenen Woche über Möglichkeiten zur Notbetreuung informiert.

Auch an den Schulen legen die angestellten Lehrer und die Hort-Erzieher die Arbeit nieder. Viele Grundschulen schicken gerade ältere Schüler vorzeitig nach Hause, damit die nicht streikenden Lehrkräfte oder die Beamten die im Ausstand befindlichen Erzieher vertreten und die Kinder am Nachmittag betreuen können. Aber auch in Bezirksämtern, Senatsverwaltungen und im Objektschutz der Polizei sind die Kollegen zum Warnstreik aufgerufen. Es wird mit großer Beteiligung gerechnet.

Erzieher und Sozialpädagogen verdienen in Berlin deutlich weniger als in Brandenburg

Die Gewerkschaften fordern insgesamt Einkommensverbesserungen von sechs Prozent. Ein Drittel dieses Volumens soll allein die Höherstufung der Kita-Erzieher und Sozialpädagogen bringen. Diese verdienen inzwischen als Landesbeschäftigte in Berlin nach dem Tarifvertrag der Länder erheblich weniger als etwa in Brandenburg, wo die Erzieherinnen unter den Geltungsbereich des Tarifvertrages für die Kommunen (TVÖD) fallen.

Da auch die neue Berliner Koalition aus SPD, Linken und Grünen die Einkommenslücke schließen will, hofft man insgeheim auch im Berliner Senat auf Druck der Beschäftigten. Denn diese berlin-spezifische Forderung muss in der bundesweiten Tarifrunde mit durchgesetzt werden. Das gleiche gilt für eine verbindliche Einkommensverbesserung für angestellte Lehrer.

In Gewerkschaftskreisen wird damit gerechnet, dass die Tarifpartner in der nächsten Runde zu einer Einigung kommen und ein Ergebnis am frühen Sonnabendmorgen verkündet werden kann.

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