Berlin

Neue Nachbarn für die Kunst der Gegenwart

Während an vielen Orten in der Stadt vor allem Wohnungen gebaut werden, ist es in Berlins größtem innerstädtischen Entwicklungsgebiet genau anders- herum. In der Europacity, die nördlich des Hauptbahnhofs entlang der Heidestraße entsteht, wurden bislang vor allem schicke Firmenzentralen und Hotels hochgezogen. Mit dem Richtfest für ein Wohngebäude mit 120 Wohnungen ändert sich das jetzt. Der direkt am Ufer des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals in unmittelbarer Nachbarschaft des der Gegenwartskunst gewidmeten Museums Hamburger Bahnhof/Rieckhallen gelegene Wohnkomplex, den die Groth-Gruppe errichtet, bildet den Auftakt für Wohnungsbau in der Europacity, 3000 Wohnungen sind insgesamt geplant.

Durchschnittspreis pro Quadratmeter: 6500 Euro

"Unser Ziel war es, ein einzigartiges Wohngebäude zu schaffen, das der besonderen Lage in jeder Hinsicht gerecht wird – einen echten Vorreiter moderner Wohnkultur", sagte Klaus Groth anlässlich des Richtfests. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bescheinigte ihm, dass dies gelungen sei. "Einmal mehr hat sich der Architekturwettbewerb bewährt bei der Suche nach der besten Lösung", sagte Lüscher. Der Siegerentwurf des Büros léonwohlhage zeige mit seiner außergewöhnlichen Architektur, wie sich in der künftigen Europacity Wohnungsbau mit Büroflächen und Kulturorten zu einem auch ästhetisch hochwertigen Ganzen verbinden lasse. "Dies gelingt durch die elegante Architektur, die mit ihrer bewegten Fassade die Balkone als Gestaltungselement ins Zentrum des Entwurfs setzt", so die Senatsbaudirektorin.

Bei Wohnungsgrößen zwischen 67 und 123 Quadratmetern bietet das Wohnensemble insgesamt rund 10.234 Quadratmeter Wohnfläche. Auf die Galerie- und Gewerbeflächen entfallen rund 550 Quadratmeter. Darüber hinaus entstehen 82 Tiefgaragenplätze. Das Wohnen in der exponierten Wasserlage mit direkter Anbindung an den Kunstcampus, der zugleich den Namen für die Wohnanlage gegeben hat, hat allerdings einen stolzen Preis: Durchschnittlich 6500 Euro je Quadratmeter werden für die exklusiven Wohnungen verlangt, teilte Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe, auf Nachfrage der Berliner Morgenpost mit. Das Investitionsvolumen beträgt nach Auskunft des Investors 65 Millionen Euro. Zwei Drittel der Wohneinheiten seien bereits verkauft, teilte die Sprecherin mit. Die Fertigstellung des ersten Wohngebäudes in der Europacity ist für Mitte 2017 geplant.

Auch westlich der Heidestraße sollen Wohnungen gebaut werden. Der Senat hatte im August entsprechendes Baurecht beschlossen. Nach einem ersten Entwurf können dort 1300 Wohnungen, von denen 215 Wohnungen sozial gefördert werden sollen, entstehen.

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