Wuhlheide

Baden ohne schlechtes Gewissen im FEZ

Am Badesee des FEZ ist Deutschland größtes ökologisches Modellprojekt entstanden. Olympiasiegerin Britta Steffen kam zur Eröffnung.

Die frühere Schwimmerin Britta Steffen im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in Berlin

Die frühere Schwimmerin Britta Steffen im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in Berlin

Foto: Soeren Stache / dpa

Thronend auf einem Floß schipperte die Königin des Wassers, Britta Steffen, ans Ufer des Badesees im Park Wuhlheide. Dort durchschnitt die Mehrfach-Olympiasiegerin und aktuelle Weltrekordhalterin im Langstreckenschwimmen am Donnerstag symbolisch ein grünes Band und eröffnete damit feierlich den neu sanierten Schwimmteich des Freizeit- und Erholungszentrums (FEZ) Berlin.

An ihrer Seite: Berlins Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba. "Sie werden schnell merken, dass Sie beim Baden bis auf den Grund des Sees gucken könnten", sagte Klebba auf der Wiedereröffnungsfeier. Dies hänge mit dem komplexen Umbau des Standortes zusammen. In einer anderthalbjährigen Sanierungsphase entstand am FEZ ein ökologisches Modellprojekt. Zum Gesamtkonzept sagte der Geschäftsführer und Projektleiter vom Architekturbüro "Landschaft planen und bauen", Manfred Karsch: "Wir werden Regenwasser so aufbereiten, dass man darin baden kann." Zuvor war der im Jahr 1950 angelegte Teich mit gechlortem Grund- und Trinkwasser gefüllt worden – eine Methode, die nicht nur die unmittelbare Umgebung, sondern auch die Spree, in die das Badewasser jährlich abgelassen wurde, massiv belastet hatte.

Zum Auffangen und Speichern von Regenwasser ist auf dem Dach des FEZ-Hauptgebäudes ein Speicher mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Kubikmetern installiert worden. Eine Herausforderung bestand darin, die Wassermassen in den 320 Meter entfernten See zu leiten. Auf dem Weg wird das Wasser durch ein Rasen- und Schilffilterbeet geleitet, wo es auf natürliche Weise von Keimen, Bakterien und Schadstoffen gereinigt wird. Das saubere Wasser füllt schließlich den Badesee. Diese Methode ermöglicht eine Reinigung ganz ohne Einsatz von Chemikalien. Jährlich sind es 2750 Kilogramm Chlor, auf die die Badeanstalt nun verzichten kann. Und nicht nur Badegäste erfreuen sich an dem neuen Schwimmteich. Auch andere Lebewesen, wie Frösche und Libellen, fanden in dem Biotop ihr neues Zuhause. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahme in Höhe von 1,35 Millionen Euro schüttete das Land Berlin aus. 1,13 Millionen Euro davon stammen aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Neben dem Badevergnügen bietet das FEZ ein sechswöchiges Ferienprogramm für Kinder. Unter dem Motto "Manege frei!" verraten Artisten vom 23. Juli bis 28. August Tricks und führen die Gäste in die Welt des Zirkus ein.

FEZ, Straße zum FEZ 2, Köpenick, Öffnungszeiten des Hauses in den Sommerferien: Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr

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