Migration

Unterkunft nur für Flüchtlinge aus sicheren Ländern eröffnet

Berlin hat eine erste Unterkunft nur für Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern. Abschiebungen sollen einfacher werden.

Wohncontainer für Flüchtlinge

Wohncontainer für Flüchtlinge

Foto: dpa Picture-Alliance / Jörg Carstensen / picture alliance / dpa

In Abstimmung mit dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (Lageso) und der Ausländerbehörde hat Berlin die erste Unterkunft geschaffen, in der ausschließlich Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern leben. Vor allem Menschen aus den Balkanstaaten und aus Moldau (ehemals Moldawien) seien dort untergebracht. Wie Sozialsenator Mario Czaja (CDU) sagte, soll auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit, Menschen zu erreichen, die in ihre Heimatländer zurückkehren müssen, erhöht werden. Sie beträgt nach Angaben von Sozialsenator Czaja derzeit rund 50 Prozent.

Darüber hinaus sollen weitere Unterkünfte für die Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive in Deutschland geschaffen werden. Wo sich die erste Unterkunft dieser Art befindet, soll nicht öffentlich werden. Nach Auskunft einer Sprecherin der Senatssozialverwaltung hat sie 200 Plätze. Senator Czaja hatte auf dem Leserforum der Berliner Morgenpost zur Integration von Flüchtlingen vor Kurzem gesagt, dass eine Abschiebung zwar martialisch wirke, dies sei aber das letzte Mittel des Staates, damit weiter Kriegsflüchtlingen geholfen werden könne. Die Menschen, die abgeschoben würden, hätten über viele Monate die freiwillige Rückkehr nicht genutzt, betonte der CDU-Politiker.

Es gibt auch freiwillige Ausreisen in die Heimatländer

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales insgesamt 853 Menschen abgeschoben, nachdem ihr Asylantrag negativ beschieden wurde: 207 Menschen im Januar dieses Jahres, 139 im Februar, 175 im März, 92 im April und 240 im Mai. Freiwillige Ausreisen von Flüchtlingen in einem laufenden Asylverfahren gab es 782, so die Sozialverwaltung. Die detaillierten Zahlen lauten so: 52 im Januar, 159 im Februar, 164 im März, 232 im April und 175 im Mai dieses Jahres. Zahlen für den Juni liegen noch nicht vor.

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