Entwicklungsplan

Was sich die Berliner für das Tempelhofer Feld wünschen

Die Berliner haben sich überlegt, wie das Tempelhofer Feld gestaltet werden soll. Am Mittwoch wurde der Entwicklungsplan vorgestellt.

Am Mittwoch wurde der Entwicklungsplan für das Tempelhofer Feld vorgestellt

Am Mittwoch wurde der Entwicklungsplan für das Tempelhofer Feld vorgestellt

Foto: Lotta Bauer

Bänke, Toiletten, Schatten und drahtloses Internet - das wünschen sich viele Berliner künftig auf dem Tempelhofer Feld. Vor allem aber soll die freie Weite des ehemaligen Flugfeldes erhalten bleiben.

Die Pläne für den Teilbereich Columbiadamm

Das ist Kern des am Mittwoch vorgestellten Entwicklungsplans für die riesige Freifläche, an dem sich der rot-schwarze Senat nun orientieren will. "Eigentlich soll erstmal alles bleiben, wie es ist", resümierte Projektkoordinator Tilmann Heuser. Die Bürger hätten eher punktuelle Bedürfnisse formuliert. Dazu gehörten auch mehr Sport- und Spielmöglichkeiten sowie Gastronomie.

Die Pläne für den Teilbereich Oderstraße

Das Beteiligungsverfahren zur Entwicklung des ehemaligen Flughafengeländes habe den Volksentscheid von 2014 bestätigt, sagte Heuser. Damals hatten rund 740.000 Berliner mit ihrer Stimme verhindert, dass am Rand der Freifläche Wohnhäuser gebaut werden.

Die Pläne für den Teilbereich Südflanke

Der Entwicklungsplan ist für die Landesregierung nicht bindend, definiert laut Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) aber Leitlinien, an die man sich halten werde. Gaebler versprach, die ersten Anregungen schnell umzusetzen. Unter anderem soll an der Neuköllner Seite ein Bürgerzentrum entstehen und drahtloses Internet eingerichtet werden. Der Eingangsbereich an dieser Feldseite soll umgestaltet, Flächen neu sortiert werden.

Die Pläne für den Teilbereich Tempelhofer Damm

Das sind die insgesamt zehn Leitlinien, an die sich der Senat halten will:

  1. Weite: Die weitläufige, offene Wiesenlandschaft soll erhalten werden.
  2. Offenheit: Der Zugang soll vollumfänglich, uneingeschränkt und dauerhaft für alle Menschen erhalten belieben.
  3. Natur: Die Flora und Fauna soll konsequent geschützt werden. So soll auch die stadtklimatische Funktion erhalten bleiben.
  4. Freiraum: Das Feld soll ein Ort der Möglichkeiten sein. Ein Gebiet für Kultur, Erholung, Sport, Bewegung und Integration.
  5. Erinnern und Gedenken: Die Geschichte unterschiedlicher Epochen soll auf dem Feld und um das Feld herum sichtbar gemacht werden. Dabei soll der Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen hergestellt werden.
  6. Rücksichtnahme: Das Tempelhofer Feld ist ein Ort der Rücksichtnahme. Das Beisammensein soll durch Respekt voreinander und vor der Natur sowie der Geschichte gezeichnet sein.
  7. Innovative und nachhaltige Nutzung: Die Nutzung des Feldes sollen einen Mehrwert für alle schaffen. Es gilt das Gebot des minimalen Eingriffs, der Nachhaltigkeit und Innovationskraft wie des kulturellen Schaffens. Die vollumfängliche Zugänglichkeit ist zu wahren und für den Bereich der Alten Gärtnerei herzustellen.
  8. Verantwortung: Die Gestaltung des Feldes ist generationsübergreifend zu betrachten. Alle Prozesse bedürfen einer langfristigen und nachhaltigen Verantwortung.
  9. Transparenz: Informationen zum Tempelhofer Feld werden aufbereitet und allen zur Verfügung gestellt.
  10. Gleichberechtigte Zusammenarbeit: Anwohnerschaft, Interessierte und Nutzende, Verwalter und Politik müssen auf Augenhöhe zusammen arbeiten. Integrität und Vertrauen sind Grundhaltungen aller Beteiligten. Die Bedürfnisse aller müssen berücksichtigt werden.

>> Berliner interessieren sich nicht mehr fürs Tempelhofer Feld

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