Berlin-Hellersdorf Feuerwehrauto ausgebrannt - 500 Euro Belohnung

Mike Dummer vor seinem ausgebrannten Feuerwehrauto. Er hat eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt

Foto: Steffen Pletl

Mike Dummer vor seinem ausgebrannten Feuerwehrauto. Er hat eine Belohnung für Hinweise auf die Täter ausgesetzt

Auf einem Gewerbehof in Hellersdorf brennt es immer wieder. Einem Anlieger reicht es. Er hat eine Belohnung auf die Täter ausgesetzt.

Wieder hat es gebrannt, wieder ist ein Fahrzeug zerstört worden. Und wieder ist es auf einem Gewerbehof in Alt Hellersdorf geschehen. Dort haben offenbar Randalierer am vergangenen Wochenende ein etwa 45 Jahre altes Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Es kam vor allem bei Kinder- aber auch Kiezfesten zum "Einsatz".

"Wer auch immer das war, das geht einfach zu weit. Jedes Jahr verliere ich mindestens ein Monatsgehalt durch Brandstiftung oder auch Vandalismus", sagt Mike Dummer. Der 46 Jahre alte Geschäftsmann hatte das von der Feuerwehr ausrangierte Löschfahrzeug vor zwölf Jahren ersteigert.

Als ehemaliges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mahlsdorf war er bereits als Jugendlicher von den rot lackierten Fahrzeugen mit Blaulicht fasziniert. Und so war es kein Wunder, dass er genau solch ein Fahrzeug besitzen wollte. "Mit dem Auto habe ich viele Kinderherzen erreicht. Am Kindertag beispielsweise bin ich mit den Knirpsen mit diesem Fahrzeug quer durch den Kiez gefahren, ein Spaß, an den sich viele erinnern ", sagt der Geschäftsmann.

Immer wieder Brände und Sachbeschädigungen

Doch das ist jetzt vorbei. Erst im vergangenen Jahr hat man ihm mehrere vor der von ihm betrieben Selbsthilfewerkstatt abgestellte Fahrzeuge demoliert. Und vor einigen Jahren hat man auch in sein Büro eingebrochen, damals wurde der Tresor geknackt. Die Täter wurden festgenommen - jedoch nur, weil er in Eigeninitiative eine Belohnung ausgeschrieben hatte.

"Die Maßnahme hatte Erfolg. Die Kids waren so scharf auf das Geld, dass sie sich selbst verraten haben", erzählt Dummer. Und auch diesmal hofft er auf einen Erfolg. "500 Euro Belohnung für den, der hilft den Brandstifter zu fassen", sagt er. "Dabei habe ich wenig Vertrauen in die Justiz. Ich biete dem Richter an, dass der Brandstifter seine Schuld abarbeiten kann - und zwar bei mir in der Werkstatt", fügt er hinzu. Dass Dummer auch mit schwierigen Jugendlichen arbeiten kann, hat er schon mehrfach bewiesen. So bietet er Schülerpraktika an, bei denen er gemeinsam mit den Jugendlichen in seiner Werkstatt Autos zusammenschraubt.

In Anbetracht der Situation auf dem Gewerbehof in Alt-Hellersdorf ist er aber auch wütend auf den Vermieter und den Wachschutz. Denn zum wiederholten Mal haben sie versagt. "Nicht nur, dass es hier beinahe regelmäßig brennt, auch die Zahl der Einbrüche in die Gewerbebetriebe auf dem Areal nimmt trotz Wachschutz nicht ab. Wenn nicht bald etwas geschieht, organisieren wir uns selber und nehmen den Schutz in die Hand", kündigt Dummer an.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter