Gesundheit in Berlin

CDU plant Medizin-Diagnose per Smartphone-App

Auf einem Kongress analysiert die CDU Chancen des digitalen Gesundheitswesens. Berlin biete gute Chancen, Innovationstreiber zu sein.

Digitale Technologien revolutionieren alle Lebensbereiche, auch die Gesundheitswirtschaft und die medizinische Versorgung. Berlin möchte in diesem Prozess eine führende Rolle in Europa übernehmen. Zum Thema "Wie Digital Health uns gesund macht" hat die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus am Montag einen Kongress veranstaltet. Ziel war, Vertreter wissenschaftlicher und medizinischer Institutionen der Stadt mit Akteuren etablierter Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und von Start-ups der Digitaltechnologie zusammenzubringen.

Zudem sollte ausgelotet werden, welches Potenzial Digital Health in Berlin hat und welche Bedingungen die Politik schaffen sollte, um das "Gesundheitswesen 4.0" zu fördern. Dazu kamen in der Microsoft Repräsentanz Unter den Linden mehr als 100 Teilnehmer zusammen, darunter auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl, Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) sowie Wirtschafts- und Forschungssenatorin Cornelia Yzer (CDU).

Patienten sind bereit, digitale Gesundheitsangebote zu nutzen

In Deutschland würden schon mehrere Tausend Smartphone-Apps zu Gesundheitsthemen, insbesondere zu Fitness und Ernährung genutzt, sagte Gottfried Ludewig, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Digital Health sei im Alltag der Menschen angekommen. Doch "wo die Reise genau hingeht", sei nicht klar. Berlin könne Innovationstreiber sein.

Das Berliner Softwareunternehmen Welldoo habe bereits mehr als 200 Gesundheitsapps entwickelt, wie Geschäftsführerin Inga Bergen erläuterte. Umfragen hätten ergeben, dass eine große Mehrheit der Patienten bereit sei, digitale Angebote im Gesundheitsbereich zu nutzen, etwa zur Kontrolle von Vitalfunktionen. Andererseits bestehe eine hohe Erwartung, dass die Daten vor Missbrauch geschützt werden. Einige Start-ups aus Berlin und Potsdam hatten bei dem Kongress die Gelegenheit, ihre Innovationen vorzustellen und boten so einen Einblick, was Digital Health möglich macht.

Hörtest für den Haausgebrauch – mit dem Smartphone

Einige Start-ups aus Berlin und Potsdam hatten bei dem Kongress die Gelegenheit, ihre Innovationen vorzustellen und boten so einen Einblick, was Digital Health bereits heute möglich macht. Mimi Hearing Technologies zum Beispiel hat einen Hörtest entwickelt, den jeder mit seinem Smartphone zu Hause durchführen kann. Die App bietet aber auch Möglichkeiten, ähnlich wie bei einem Hörgerät, Musik mit einem besseren Klangerlebnis wahrzunehmen und sogar Hörverlust entgegenzuwirken.

Die Personal Med Systems GmbH ermöglicht Herz-Patienten einen Schnelltest, den sie mittels Smartphone oder Tablet, wenigen Kabeln und Elektroden bei akuten Beschwerden selbst vornehmen können. Der sagt ihnen verlässlich, ob es sich um ein harmloses Phänomen handelt oder sie besser einen Arzt rufen sollten. Den ersten Digital Health Award der CDU-Fraktion, ein nicht dotierter Ehrenpreis, gewann allerdings Emperra E-Health Technologies. Das Unternehmen entwickelte ein System, mit dem die Blutzuckerwerte von Diabetespatienten automatisch und kabellos an den behandelnden Arzt oder Betreuungspersonen gefunkt werden. Durch die präzisen Messwerte werden Behandlungsfehler vermieden.

Nutzung großer Datenmengen kann dem Arzt helfen

Gesundheitssenator Czaja wies darauf hin, dass die Digitalisierung für das Gesundheitswesen weitreichende Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung auf verschiedenen Ebenen biete. Dazu gehörten etwa eine größere Transparenz für Patienten und medizinisches Personal, eine neue Präzision in der Therapie und Diagnostik durch IT-gestützte Verfahren, zum Beispiel durch die Nutzung von Big Data, aber auch eine Optimierung der Versorgungsabläufe.

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