Kreuzberg Polizei ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs an Grundschule

Die Heinrich-Zille-Grundschule an der Waldemarstraße in Kreuzberg

Foto: Jörg Krauthöfer

Die Heinrich-Zille-Grundschule an der Waldemarstraße in Kreuzberg

Die Heinrich-Zille-Grundschule in Kreuzberg warnt in einem Elternbrief vor einem jungen Mann, der Kinder vom Schulhof locken will.

Mit einem Elternbrief warnt die Schulleitung der Heinrich-Zille-Grundschule an der Waldemarstraße in Kreuzberg "vor einem jungen Mann, der Kinder auf dem Schulhof anspricht und versucht, sie vom Schulhof zu locken".

Wie die kommissarische Schulleiterin Birgit Braun in dem Elternbrief betont, kommen die Informationen von anderen Schulen im Umfeld. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll sich an der benachbarten Nürtingen-Grundschule am Mariannenplatz ein Fall sexuellen Missbrauchs ereignet haben. Dabei soll sich ein Mann in exhibitionistischer Weise einem Kind auf dem Schulhof genähert haben.

Der Elternbrief im Original

Elternbrief

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Ermittlungen gegen schulfremde Person

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass das Landeskriminalamt wegen sexuellen Missbrauchs an einer Schule in Kreuzberg ermittelt. "Ende Februar sei ein Fall angezeigt worden", sagte ein Polizeisprecher. Nähere Angaben, an welcher Schule sich der Vorfall ereignete, wollte die Polizei nicht machen. Man müsse die Persönlichkeitsrechte des Kindes schützen, hieß es zur Begründung.

Der Vorfall habe sich nicht in der Schule abgespielt, sondern außerhalb. Und die Ermittlungen richteten sich gegen eine schulfremde Person, so der Polizeisprecher. Die Polizei sei derzeit im Gebiet rund um die Kreuzberger Grundschulen mehr als sonst üblich unterwegs. Der Sprecher versicherte, "wenn die Schulen mit der Bitte auf uns zukommen, werden wir auch verstärkt Präventionsarbeit anbieten".

Nach Auskunft der Senatsschulverwaltung haben die Kreuzberger Grundschulen richtig reagiert. "Die Schulen sollen sich laut Notfallplan gegenseitig darüber informieren, wenn es solche Vorfälle gibt", sagte Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsschulverwaltung der Berliner Morgenpost.

Aufsichten sollen besonders aufmerksam sein

Der Notfallplan sieht ebenfalls vor, dass die Eltern informiert werden. So hat die Heinrich Zille-Schule in ihrem Elternbrief auch die Maßnahmen aufgeführt, die sie einleitet, "um die Sicherheit unserer Kinder zu erhöhen", wie es im Brief heißt. Demnach sollen "die Aufsichten besonders aufmerksam sein".

Den Kindern werde im Unterricht besondere Verhaltensregeln vermittelt. Danach sollen sie nur zu zweit zur Toilette gehen, das Schulgelände nie ohne Erlaubnis verlassen. Und die Kinder sollen sich immer bei Lehrern oder Erziehern abmelden, wenn sie den Klassenraum verlassen. Den Kindern würden zudem Rettungsinseln benannt, nämlich Licht Lärm Leute. "Dort findet man Hilfe, wenn etwas nicht stimmt", heißt es im Brief.

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