Adlershof

Adlershof: Mehr Firmen - kaum Jobwachstum

Der Technologiepark Adlershof wächst. Neue Wohnungen und Firmensitze sollen entstehen. Die Jobanzahl wuchs 2015 jedoch nicht an.

Der Schriftzug Adlershof auf einer gläsernen Fassade, auf dem Gelände der Wista Gmbh (Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof), in der sich das gegenüberliegende Gebäude spiegelt, aufgenommen am 07.03.2011 in Berlin. Der Wissenschafts- und Technologiepark ist nach den Aussagen des Geschäftsführers der Gesellschaft wieder auf Wachstumskurs. Foto: Soeren Stache

Der Schriftzug Adlershof auf einer gläsernen Fassade, auf dem Gelände der Wista Gmbh (Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof), in der sich das gegenüberliegende Gebäude spiegelt, aufgenommen am 07.03.2011 in Berlin. Der Wissenschafts- und Technologiepark ist nach den Aussagen des Geschäftsführers der Gesellschaft wieder auf Wachstumskurs. Foto: Soeren Stache

Foto: Soeren Stache / picture alliance / dpa

Über Deutschlands größtem Technologiepark drehen sich die Baukräne. Neue Wohnungen und Firmensitze entstehen in Adlershof. Dabei hat das Gebiet erstmals seit einigen Jahren fast kein Wachstum an Jobs zu verzeichnen.

Der neue Chef der Betreibergesellschaft Wista, Roland Sillmann, hatte jedoch bei der Jahrespressekonferenz eine einfache Erklärung dafür, warum es 2015 bei fast 16.000 Menschen geblieben ist, die auf dem Gelände im Berliner Südosten arbeiten.

Ein Call Center der Lufthansa mit 500 Beschäftigten hat den Standort verlassen, um sich am Tempelhofer Hafen weiter ausbreiten zu können. Diesen Verlust und eine kleine Delle bei den ansässigen medienfirmen habe Adlershof durch Wachstum im Kerngeschäft der kleinen und mittleren Hochtechnologieunternehmen kompensiert, erläuterte Sillmann, der die Nachfolge von "Mister Adlershof" Hardy Schmitz angetreten hat.

Zahlen wechseln sprunghaft

Die Zahlen würden wieder sprunghaft wachsen, wenn in einigen Jahren die Allianz mit 800 Mitarbeitern aus dem Treptower Tower nach Adlershof komme und das Landeslabor Berlin-Brandenburg 2019 ihren Neubau eröffne.

Der eigentliche Technologiepark verzeichnete wieder ein üppiges Plus. 60 Firmen wurden neu angesiedelt, die Zahl der Beschäftigten stieg auf 6134 (plus 4,6 %), die Umsätze legten um 6,8 Prozent auf 766 Millionen Euro zu. In Adlershof registrieren sie verstärktes Interesse etablierter deutscher Mittelständler, am Bekanntesten sind die 2015 eröffneten Elektronik-Ableger des Schrauben-Imperiums Würth und der der Laser-Hersteller Trumpf.

Die Adlershofer konstatieren eine neue Qualität des Wachstums. "Es ist erstaunlich, dass so viele schwäbische Firmen hier sind", sagte Günther Tränkle, Direktor des Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik.

Etablierte Mittelständler aus Süddeutschland suchen in Berlin Talente und Kooperation mit Spitzenforschern wie Tränkle und Kontakte zu technologiestarken Start-Ups. Dieses Element habe bislang gefehlt, analysierte Sillmann. Um etwa eine vollständig digitalisierte Produktionsstraße für die Industrie 4.0 zu kaufen, würde er sich auch nicht an eine zwei Jahre alte Firma wenden.

Impulse von Kleinstunternehmen sollen umgesetzt werden

Deshalb brauche es "Systemintegratoren", die Impulse von Kleinstunternehmen aufnehmen und umsetzen können. Das ist die Rolle, die die Wista unter Sillmann stärker einnehmen möchte. Kulturmanager wolle man sein, zwischen etablierten und neuen Unternehmen, zwischen Forschern und Managern, zwischen den Internet-Firmen aus Berlin-Mitte und den Technikschmieden in Adlershof.

Noch bietet Adlershof Platz für Erweiterungen, obwohl der Wohnungsbau vorangetrieben wird, um das Ambiente "urbaner" zu machen. Insgesamt 1400 Wohnungen sollen einmal auf 17 der bisher 250 Hektar stehen. Das Gewerbegebiet wird um 40 Hektar erweitert, indem ehemaliges Gleisgelände am Güterbahnhof Schöneweide dem Technologiepark zugeschlagen werden.

"Die Zauneidechsen wurden über zwei Jahre in ein anderes Habitat versetzt", sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU). Jetzt müsse das Bahngelände mit Hochdruck erschlossen werden. Yzer lobte die Adlershofer. Berlin sei zurück auf der Landkarte technologiestarker Standorte. "Adlershof hat einen bedeutenden Anteil daran."

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