Leben in der Hauptstadt

Hohe Mieten in Berlin – Jeder Zehnte musste schon umziehen

Wegen steigender Mietkosten denkt jeder siebte Berliner über einen Wohnungswechsel nach. Junge Familien stehen besonders unter Druck.

Die steigenden Mietpreise setzten viele Berliner unter Druck. Fast jeder Zehnte musste bereits umziehen

Foto: pa / pa/ Denkou Images

Die steigenden Mietpreise setzten viele Berliner unter Druck. Fast jeder Zehnte musste bereits umziehen

Die steigenden Mieten in der Hauptstadt wirken sich auf die persönliche Lebenssituation eines beträchtlichen Teils der Berliner direkt aus. Fast jeder zehnte Bürger (8 Prozent) musste wegen der hohen Mieten bereits umziehen.

Auf die Einwohnerzahl von fast 3,5 Millionen betrachtet, entspricht das 280.000 Menschen. Das ist ein Ergebnis des Berlin-Trends der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau, für den Infratest dimap zwischen dem 18. und 23. Februar 1004 Berliner befragte.

Jeder Siebte denkt über einen Umzug nach

Die repräsentative Studie ergab darüber hinaus, dass jeder siebte Befragte wegen der steigenden Wohnkosten über einen Umzug nachdenkt. Zusammen ergeben diese beiden Befunde einen Anteil von 22 Prozent der Berliner, deren persönliche Situation wegen der steigenden Mieten unter Veränderungsdruck steht. Das sind fast 800.000 Personen, die von steigenden Mieten betroffen sind. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

Besonders unter Druck steht offenkundig die Altersgruppe, in der üblicherweise Familien gegründet oder Kinder großgezogen werden. Unter den 30- bis 44-Jährigen denkt fast jeder vierte Befragte (23 Prozent) über einen Umzug nach.

Acht Prozent dieser Gruppe sagen zudem, sie hätten bereits wegen hoher Mieten den Wohnort gewechselt. Auch die jüngste Altersgruppe bis 29 Jahren erwägt mit 19 Prozent häufiger einen Umzug als der Durchschnitt der Bevölkerung, während unter den älteren und etablierteren Bürgern sich nicht einmal jeder zehnte solche Gedanken macht.

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Befunde spiegeln sich in den politischen Lagern wieder

Und auch hier gilt die Regel, dass die schlechter gebildeten und damit im Regelfall weniger begüterten Berliner sich mehr Sorgen um ihre Wohnsituation machen als die besser gebildeten und damit meist wohlhabenderen Bürger. Jeder vierte Befragte mit Hauptschulabschluss denkt über einen Umzug nach, das sind doppelt so viele wie unter Berlinern mit Abitur oder Hochschulabschluss.

Diese Befunde spiegeln sich in den politischen Lagern wieder. Auch was ihre Wohnsituation betrifft, sehen sich die Anhänger der AfD stärker unter Druck als die Wähler anderer Parteien. 23 Prozent erwägen, wegen der hohen Wohnkosten auszuweichen, obwohl das erst zwei Prozent und damit deutlich weniger als der Durchschnitt tatsächlich getan haben.

Hier haben sich die Wähler der Linken und der Grünen mit jeweils elf Prozent bereits am stärksten bewegt. Am meisten betroffen von dem Trend zu steigenden Wohnkosten sind die Wähler der Linken. Von denen machen sich 21 Prozent auch noch Sorgen, dass sie künftig werden umziehen müssen.

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