Hauptstadtflughafen

Zeitplan für die Inbetriebnahme des BER bleibt wackelig

Aufsichtsratssitzung: Flughafen reicht Nachtrag zu Baugenehmigungen ein. Keine Einigung im Streit um den neuen Regierungsairport.

Die Empfangshalle im Terminalgebäude des BER. Der Hauptstadtflughafen soll Ende2017 eröffnen

Die Empfangshalle im Terminalgebäude des BER. Der Hauptstadtflughafen soll Ende2017 eröffnen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Es ist unverkennbar: Der erst im Vorjahr gestreckte Zeitplan für die Fertigstellung des Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld ist schon wieder Makulatur. Je nach Betrachtungsweise liegen die Arbeiten mal vier, mal sechs Monate hinter dem Soll. Das eingeplante Zeitpolster ist in jedem Fall bedenklich geschmolzen.

Die Verantwortlichen für das Milliardenprojekt übten sich am Montag dennoch kräftig in Optimismus. Eine Inbetriebnahme des neuen Hauptstadt-Airports im Jahr 2017 sei immer noch machbar, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Sitzung des Flughafen-Aufsichtsrats. "Nach wie vor ist es so, dass bei dem ganzen Baufortschritt, der uns auch heute dargestellt wurde, alles auch zu erreichen und möglich ist", sagte er. Der Flughafen hatte am Montag wichtige Unterlagen für die bauliche Fertigstellung des BER-Terminals eingereicht.

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Der sogenannte 5. Nachtrag umfasst dabei alle genehmigungsrelevanten Planungen, die für den Umbau der Entrauchungsanlage notwendig sind. Deren Funktionsfähigkeit gilt als Hauptvoraussetzung dafür, dass das BER-Terminal für die Abfertigung von Passagieren auch genutzt werden kann. Flughafenchef Mühlenfeld hofft, dass das zuständige Bauordnungsamt die 50 Aktenordner umfassenden Unterlagen innerhalb von sechs bis acht Wochen prüft und genehmigt. Erst dann sei klar, was zur endgültigen Fertigstellung des BER-Terminals noch zu tun sei. "Wir kennen unser Bausoll. Aber es können noch Auflagen des Bauordnungsamtes dazu kommen", sagte Mühlenfeld. Eigentlich sollten die Arbeiten im BER-Terminal am 15. Juli fertig sein, inzwischen ist nur noch von einem Bauende "im Sommer" die Rede.

Übergabe einzelner Abschnitte hat schon begonnen

"Jeder Zeitplan ist erstmal dafür da, um klare Definitionen für die Bauarbeiter zu schaffen, und nicht dafür, dass man jedes Detail exakt an dem Tag schafft", sagte Mühlenfeld. Er verwies darauf, dass die technische Inbetriebnahme für einzelne Bereiche schon begonnen habe. "Wenn wir wirklich den Bau im Sommer fertig bekommen, dann steht auch 2017 ganz klar", betonte Mühlenfeld. Damit würde der Großflughafen nach vier geplatzten Eröffnungsterminen mit sechs Jahren Verspätung ans Netz gehen.

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Müller sprach von einem "Schlussspurt", bei dem alle in der Pflicht seien. "Im Mittelpunkt der ganzen Anstrengungen steht, dass wir weiter in ruhigem Fahrwasser die Themen abarbeiten, die nötig sind, um dann verlässlich und sicher an den Start gehen zu können."

Keine Einigung gab es im Streit um den neuen Regierungsflughafen, der vor dem Terminal von Schönefeld-Alt errichtet werden soll. Wegen stark steigender Passagierzahlen soll das alte Gebäude auch nach der BER-Eröffnung weiter in Betrieb bleiben und der Protokollbereich spätestens sechs Monate nach Schließung von Tegel in einen abseits liegenden Interimsbau einziehen. Er werde jetzt kurzfristig die Auftragsvergabe für das Bauprojekt anstoßen, kündigte Mühlenfeld an. Wie lange dann die Staatsgäste in dem 48 Millionen Euro Interimsbau empfangen werden sollen, darüber gibt es aber noch Differenzen mit dem Bund.

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