Israels Ministerpräsident

Staatsbesuch von Netanjahu: City West ist eine Sperrzone

Benjamin Netanjahu besucht Berlin. Sperrungen rund um Waldorf Astoria und Bahnhof Zoo. Hier muss mit Behinderungen gerechnet werden.

Polizeifahrzeuge am Waldorf Astoria

Polizeifahrzeuge am Waldorf Astoria

Foto: Paul Zinken / dpa

Zahllose rot-weiße Absperrgitter sind aufgestellt, die Polizei hat Plakate ausgehängt: Ein Teil der City-West in Charlottenburg wird an diesem Montag zum Hochsicherheitsbereich. Grund ist der Staatsbesuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der im Hotel "Waldorf Astoria" übernachtet. Gegen 10.30 Uhr sperrte die Polizei das Areal rund um das Hotel für den Verkehr. Bis zum Dienstagabend um 20 Uhr müssen die Berliner mit zahlreichen Sperrungen zurechtkommen.

Am frühen Morgen wurden bereits die Busse der BVG in der City West umgeleitet. 19 Buslinien sind davon betroffen, teilte die Leitstelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit.

>>> BVG-Busse: Aktuelle Informationen zu verkürzten Streckenführungen und Umleitungen finden Sie auch auf Twitter <<<

Nicht betroffen sind U- und S-Bahnen sowie der Regional- und Fernbahnverkehr am Bahnhof Zoo. Auch Fußgänger können passieren. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass sie nach ihrem Ausweis gefragt werden, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.

Polizei informiert Anlieger mit ausführlichem Schreiben

Für den Besuch des israelischen Ministerpräsidenten gilt grundsätzlich die höchste Sicherheitsstufe. Im Jahr 2012 waren bis zu 2400 Polizisten im Einsatz, um Netanjahu zu schützen. Wie damals werden auch wieder Spezialkräfte wie Scharfschützen unterwegs sein. Zu den genauen Sicherheitsvorkehrungen äußert sich die Polizei grundsätzlich nicht näher.

In einem Schreiben zu den Sperrmaßnahmen an die Anlieger in der Umgebung des "Waldorf Astoria" nennt die Polizei nicht einmal den Namen des Besuchers. Gesprochen wird dort lediglich von "Staatsgästen". Die Polizei macht jedoch deutlich, warum umfangreiche Sperrmaßnahmen notwendig sind. "Die Staatsgäste sind als hochrangige Repräsentanten ihres Staates den Gefährdungen durch extremistische und fremdenfeindliche Täter ausgesetzt", heißt es da.

Nach den Angaben der Polizei umfasst der nördliche Sperrbereich die Hardenbergstraße von der Einmündung der Jebensstraße über die Einmündung des Hardenbergplatzes, weiter entlang der Hausnummern 29 sowie 29 A–D, übergehend in die Budapester Straße entlang der Hausnummern 46–50. Der Gehweg ist hier nicht betroffen. Östlich reichen die Sperrungen bis zur Fußgängerfurt Budapester Straße 46 einschließlich der Fahrbahn und des nördlichen Breitscheidplatzes bis zur Bauflucht der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Südlich des Hotels sind die nördliche Seite des Breitscheidplatzes entlang der Bauflucht der Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche bis zur Kantstraße betroffen. Die Kantstraße ist entlang der Hausnummern 162­–165 (einschließlich des Gehweges) bis zur Einmündung Joachimsthaler Straße gesperrt. Die Joachimsthaler Straße ist entlang der Hausnummern 38–41 (ausschließlich des Gehweges) bis zur Einmündung des Kurfürstendamms nicht benutzbar.

Westlich sind gesperrt: Joachimsthaler Straße ab Kudamm entlang der Hausnummern 5 und 6, ohne Gehweg, bis zur Kantstraße. Die Kantstraße in Höhe Hausnummern 5 und 6 ohne Gehwege. Joachimsthaler Straße 1 bis 4 bis zur Hardenbergstraße (ohne Gehweg). Hardenbergstraße in westlicher Richtung einschließlich der Bahnbrücke, gegenüber der Einmündung Jebensstraße. Der Gehweg ist frei. Ausnahmen gelten laut Polizei nur für "berechtigte Anlieger des Gebäudekomplexes Hardenbergstraße 27–28a, Kantstraße 1–2 und Joachimsthaler Straße 43".

Auf der Baustelle des Hochhauses Upper West direkt gegenüber des "Waldorf Astoria" wird unterdessen weitergebaut. "Wir dürfen weiterbauen", bestätigte Bauleiter Michael Walther am Montag der Berliner Morgenpost. Es dürften auch Transportfahrzeuge auf die Baustelle fahren – allerdings nach einer Kontrolle durch die Polizei. "Wir stehen auch in engem Kontakt mit der Polizei, was Kraneinsätze betrifft", so Walther. Polizeibeamte hatten am Mittag die Kräne auf der Baustelle untersucht.

Netanjahu wird am Dienstag im Bundeskanzleramt unter anderem mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammenkommen. Während der Konsultationen wird auch das Bundeskanzleramt weiträumig abgesperrt.

Zur Startseite