Asyl in Berlin Flughafen Tempelhof: Flüchtlinge kommen in Blumenhalle unter

Die Blumenhalle dient vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft in Tempelhof

Foto: Reto Klar

Die Blumenhalle dient vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft in Tempelhof

Eigentlich war die Blumenhalle für die Internationale Gartenschau gedacht. Jetzt werden darin vorübergehend Asylsuchende untergebracht.

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof haben die Aufbauarbeiten für eine Flüchtlingsunterkunft begonnen, die ursprünglich als Blumenhalle gedacht war. Der für die Internationale Gartenschau (IGA) im Jahr 2017 vorgesehene Komplex dient vor seiner eigentlichen Nutzung als Quartier- und Versorgungsgebäude für die Hilfesuchenden. Die 90 Meter lange und 60 Meter breite Halle soll auf einem 200 Meter breiten Streifen am Tempelhofer Damm aufgestellt werden und die angespannte Situation in den Hangars entlasten.

Die Blumenhalle ist Teil des Konzepts für die IGA, die von April bis Oktober 2017 auf dem Areal der "Gärten der Welt" in Marzahn veranstaltet wird. Die Grün Berlin GmbH, die vom Senat mit den Vorbereitungen beauftragt ist, hatte sie bereits beschafft. Kostenpunkt: rund zwei Millionen Euro. In der Konstruktion aus einem Holzgestell und einer wetterfesten Hülle können im März zwischen 600 und 700 Flüchtlinge ein Quartier erhalten.

Um die Blumenhalle aufstellen zu können, musste das Abgeordnetenhaus das Tempelhofgesetz ändern. Nach dem erfolgreichen Volksentscheid gegen die Bebauung des Vorfeldes und der Freifläche waren jegliche bauliche Veränderungen auf dem ehemaligen Flughafen untersagt. Die Regierungskoalition änderte das Gesetz nun dahingehend, dass befristet eine provisorische Bebauung möglich ist. Spätestens 2019 müssen die Provisorien wieder abgebaut werden. Der Senat plant neben der Blumenhalle zwei weitere Containerdörfer für Flüchtlinge an den jeweiligen Enden des Vorfeldes. Sie sollen in der kommenden Woche bestellt, im Mai aufgebaut und ab Juni bezogen werden.

Insgesamt sollen an 30 Standorten Containersiedlungen entstehen, an 60 weiteren Standorten sollen Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) aufgestellt werden.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter