Rettung Steglitzer Demenz-WG erhält unbefristeten Mietvertrag

Demenz-WG darf bleiben: Käthe W. (94) und ihre Mitbewohner müssen nicht umziehen

Foto: Reto Klar

Demenz-WG darf bleiben: Käthe W. (94) und ihre Mitbewohner müssen nicht umziehen

Der Hausbesitzer wollte eine Wohngemeinschaft vor die Tür setzen. Doch die Senioren nutzten das Internet, um den Vermieter umzustimmen.

"Wir sind sehr erleichtert", sagt Klaus Pawletko vom Verein "Freunde alter Menschen", der die derzeit wohl berühmteste Senioren-Wohngemeinschaft von Berlin betreibt. Die Steglitzer Demenz-WG war seit vergangenem Sommer von der Schließung bedroht, weil der Eigentümer der Immobilie an der Albrechtstraße dem sozialen Projekt zu Ende Oktober 2015 gekündigt hatte. Acht Senioren, die älteste Bewohnerin 94 Jahre alt, drohte der Rauswurf.

Nun kam die gute Nachricht: Die alten Menschen können bleiben, ihre Angehörigen müssen sich nicht um eine andere Unterbringung kümmern und das Pflegepersonal kann weiterarbeiten.

Beide Seiten machten Zugeständnisse

Pawletko, der Geschäftsführer des Vereins, hatte nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung und viel Streit mit dem Vermieter, der dänischen Esplanaden Berlin Holding A/S, eine Petition im Internet gestartet, um auf das Problem aufmerksam zu machen, das auch andere soziale Wohnprojekte der Stadt bedroht: Wenn Vermieter die abgeschlossenen Verträge als Gewerbemietverträge interpretieren, entfällt für die Bewohner der Mieterschutz, der unter anderem längere Kündigungsfristen und Schutz vor großen Mieterhöhungen bietet.

Die Einigung auf einen neuen Wohnungsmietvertrag sei nach vielen Monaten zäher Verhandlungen möglich geworden, weil beide Seiten sich bewegt hätten, sagte Pawletko: "Wir haben eine höhere Miete akzeptiert, was angesichts der Lage am Berliner Immobilienmarkt auch nicht vermieden werden konnte." Der Eigentümer habe wiederum einen unbefristeten Wohnungsmietvertrag akzeptiert.

"Ohne die Unterstützung der vielen Unterzeichner auf der Internetplattform change.org wäre das nicht möglich gewesen." Pawletko wies darauf hin, dass es eine politische Lösung brauche, um das Problem von Wohngemeinschaften und Vereinen mit alten Gewerbemietverträgen insgesamt zu lösen.

In Berlin gibt es derzeit rund 350 Demenz-WGs

118.000 Menschen hatten im Internet namentlich für den Erhalt der WG plädiert. Dies sei im Vergleich zu anderen Petitionen eine sehr große Zahl, sagte Jeannette Gusko von der Berliner Onlineplattform, auf der rund 700 Aktionen im Jahr eingestellt werden. Die große Zustimmung zeige, dass das Thema Demenz viele Menschen bewege. "Und viele Menschen sehen wohl auch eine WG als beste Wohnform im Alter auch für sich selbst."

Das können die Pfleger der Steglitzer WG bestätigen, die es seit 2006 gibt. Täglich fragen dort Interessenten nach freien Plätzen und wollen sich informieren. 1996 wurde in Berlin die erste Senioren-WG Deutschlands gegründet – Initiator war damals Klaus Pawletko. Heute gibt es allein in der Hauptstadt mehr als 600 solcher Gemeinschaften, davon rund 350 für Menschen mit Demenz.

Dies sei im Vergleich eine sehr große Zahl, sagt Jeannette Gusko von der Berliner Online-Plattform, auf der rund 700 Petition werden pro im Jahr eingestellt werden. Die große Zustimmung zeige, dass das Thema Demenz vielen Menschen bewege. "Und viele Menschen sehen wohl auch eine WG als beste Wohnform im Alter auch für sich selbst."

Das können die Pfleger der Steglitzer WG bestätigen, die es seit 2006 gibt. Täglich fragen dort Interessenten nach freien Plätzen und wollen sich informieren. 1996 wurde in Berlin die erste Senioren-WG Deutschlands gegründet – Initiator war damals Klaus Pawletko. Heute gibt es allein in der Hauptstadt mehr als 600 solcher Gemeinschaften, davon rund 350 für Menschen mit Demenz.

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