Gesundheit

Zahl der an Grippe Erkrankten steigt in der Region

Bei einer Influenza verkürzen antivirale Medikamente die Krankheit allenfalls, wenn sie in den ersten 24 Stunden eingenommen werden. Antibiotika helfen nicht. Fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sowie Ruhe und viel Tee lindern die Symptome.

Foto: Andreas Gebert / dpa

Bei einer Influenza verkürzen antivirale Medikamente die Krankheit allenfalls, wenn sie in den ersten 24 Stunden eingenommen werden. Antibiotika helfen nicht. Fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sowie Ruhe und viel Tee lindern die Symptome.

Chronisch Kranken wird zur Impfung geraten. Sie schützt etwa ab Mitte Februar. Die „echte Grippe“ kann tödlich sein.

Es wird viel geschnieft und gehustet – es ist Erkältungszeit. Dabei gehören Berlin und Brandenburg zu den am stärksten betroffenen Regionen des Landes. Grippale Infekte sind hier häufiger als in der gleichen Zeit des Vorjahres.

Aber auch die "echte Grippe" kommt – die Influenza, die bei bereits geschwächten Menschen gelegentlich auch zum Tod führen kann. Wie in vergangenen Jahren begann die Grippewelle in der zweiten Januarhälfte. Wie die am Berliner Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Arbeitsgemeinschaft Influenza in ihrem Bericht zur 3. Kalenderwoche (bis 24.1.) mitteilt, setzte sich der erste Anstieg aus der 2. Woche fort. 120 Fälle wurden den Gesundheitsämtern beider Bundesländer gemeldet.

Schnell einsetzendes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sind Influenza-Symptome

Allerdings ist die tatsächliche Zahl der Erkrankten wohl deutlich höher. Gemeldet werden nur labortechnisch nachgewiesene Fälle von Influenza-Infektionen, aber nicht für jeden Patienten ist solch ein Labornachweis notwendig. Erkennt der Arzt durch die sichtbaren Symptome – zum Beispiel schnell einsetzendes hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen – eine "echte Grippe", wählt er als Therapie unter Umständen zu Beginn der Erkrankung ein Antivirenmittel, schmerz- und fieberlindernde Arznei, Hausmittel und Bettruhe. Aber nur bei Risikopatienten mit Vorerkrankungen muss er genauer klären, welche Viren und eventuell zusätzliche Bakterien den Kranken befallen haben.

Zur aktuellen Lage in Berlin und Brandenburg sagt RKI-Pressesprecherin Susanne Glasmacher: "Die Grippesaison hat begonnen. Die Zahl der Influenzafälle ist für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich." Genaue Zahlen seien erst am Ende der Grippesaison hochzurechnen. Ebenso die Zahl der Grippetoten. Diese werde, da Daten des Statistischen Bundesamtes über Totenscheine mit einfließen, erst ab Ende 2017 erwartet.

Chronisch Kranken wird auch jetzt noch zur Impfung geraten

Die Todesfallzahlen seien, so Glasmacher, nur schwer exakt zu bestimmen. Grippebelastete Atemwege werden später oft auch von Bakterien befallen. Todesursache kann dann eine bakterielle Lungenentzündung sein, die Grippeviren sind im Nachhinein aber kaum noch nachzuweisen, obwohl sie die Auslöser waren. Anhaltspunkte haben Mediziner dennoch: In manchen Jahren stirbt fast niemand an Influenzafolgen, in anderen können es viele Tausend sein – zuletzt mit gut 20.000 in Deutschland in der Saison 2012/13.

Vor allem chronisch Kranken, etwa mit Diabetes, Herz-, Nieren- und Atemwegsleiden, Immungeschwächten sowie über 60-Jährigen raten Experten auch jetzt noch zur Impfung, sie schützt dann ab etwa Mitte Februar. Zwar wirkt der Impfstoff nicht in jedem Jahr gleich gut, aber nach erster Einschätzung des RKI hilft er in diesem Jahr gut gegen die Erreger.

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