Schülerzeitungswettbewerb

Das sind die besten Schülerzeitungen Berlins

Senat, Berliner Morgenpost und Junge Presse Berlin ehren junge Talente aus der ganzen Stadt. 63 Redaktionen hatten sich beworben.

Gut Laune pur: Die Schülerzeitungsteams stellten sich nach der Preisverleihung zum Gruppenfoto auf der großen Treppe des Roten Rathauses auf. Auch Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann (vierte Reihe, M.) und Henrik Nürnberger von der Jungen Presse Berlin (Mitte) waren bei der Ehrung der Nachwuchsjournalisten dabei

Foto: Reto Klar

Gut Laune pur: Die Schülerzeitungsteams stellten sich nach der Preisverleihung zum Gruppenfoto auf der großen Treppe des Roten Rathauses auf. Auch Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann (vierte Reihe, M.) und Henrik Nürnberger von der Jungen Presse Berlin (Mitte) waren bei der Ehrung der Nachwuchsjournalisten dabei

Vom Zeitungssterben ist an den Berliner Schulen keine Spur zu entdecken. Immer neue Schülerzeitungen werden gegründet und viele von ihnen in ganz erstaunlicher Qualität. Das zeigte die Preisverleihung beim 13. Berliner Schülerzeitungswettbewerb von der Senatsverwaltung für Bildung, des Vereins Junge Presse Berlin e. V. und der Berliner Morgenpost am Mittwochnachmittag.

Insgesamt 63 Schülerzeitungsredaktionen hatten sich beworben, beim ersten Wettbewerb waren es vor mehr als zehn Jahren erst 43. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich insbesondere in der Kategorie der Integrierten Sekundarschulen die Zahl der Teilnehmer deutlich erhöht. Wie kreativ die eingereichten Zeitungen sind, davon zeugen schon die Titel: Sie heißen "Karlchen", "Rasender Kurier" oder "Kleeblatt"; und ihre Inhalte sind nicht weniger einfallsreich.

Die Schüler würden sich offenbar wieder verstärkt einmischen wollen in die aktuellen Diskussionen, sagte die Europabeauftragte des Landes Berlin, Staatssekretärin Hella Dunger-Löper am Mittwoch bei der Preisverleihung im Großen Saal des Roten Rathauses. Vielleicht liege es daran, dass viele Dinge, die lange selbstverständlich waren, nun gefährdet seien, so die Staatssekretärin. Themen wie die offenen Grenzen oder die gemeinsame Währung in Europa würden sich den Schülern offenbar geradezu aufdrängen.

Die Sieger-Schülerzeitungen im Detail

Extrapreis für Schwerpunktheft zu Flucht und Asyl

Flucht und Asyl waren praktisch in allen eingereichten Zeitungen das "Megathema". Insgesamt wurden Hauptpreise in den Kategorien Grundschule, Förderschule, Sekundarschule, Gymnasien und Oberstufenzentren verliehen. Die Jury, in der Redakteure der Berliner Morgenpost, Mitglieder der Bildungsverwaltung sowie des Dachverbandes für junge Medienschaffende Junge Presse Berlin e. V. saßen, bewertete vor allem, ob die Themen den Schulalltag und die jungen Themen aufgreifen und hinterfragen, ob Sprache und Stil stimmen und wie das Layout gestaltet ist. Daneben gab es Extrapreise für den besten Newcomer, die beste Schwerpunktausgabe – zum Thema Flucht und Asyl – und die überzeugendste Teamleistung.

Die Berliner Morgenpost stiftete Preisgelder in Höhe von insgesamt 2.650 Euro. Zusätzlich wurden der Europapreis der Europabeauftragten, ein Theaterpreis vom JugendKulturService, ein Preis für Beiträge zum Thema Wertschätzung in der Schule von der Unfallkasse und der Preis "Film ab" vom CinemaxX am Potsdamer Platz vergeben.

Überraschungserfolg durch Marcel-Breuer-Schule

Für einen Überraschungserfolg sorgte in diesem Jahr die Marcel-Breuer-Schule: Die Zeitung "mbs News report" des Oberstufenzentrums für Holztechnik, Glastechnik und Design in Pankow landete gleich im ersten Jahr ihres Bestehens auf Platz eins in der Kategorie der OSZ. Die Redaktion gewann außerdem den Europapreis "Goldener Griffel" und den vom CinemaxX gestifteten Filmpreis. Schon mit dem Titelbild setze das Redaktionsteam erkennbar den eigenen Anspruch um, anders zu sein, begründete die Jury ihre Wahl. In den Texten ging es etwa um Action Painting mit der Willkommensklasse oder um die Schüler-Installation "BaumRaum".

Aber auch Zeitungen, die in den vergangenen Jahren schon erfolgreich waren, konnten ihre Qualität halten. Die Schülerzeitung "OHnE" vom Heinz-Berggruen-Gymnasium in Charlottenburg hat auch in diesem Jahr einen der beiden Hauptpreise in der Kategorie Gymnasium abgeräumt. Derzeit hält die Zeitung sogar den Titel der besten gymnasialen Schülerzeitung von ganz Deutschland.

Nachwuchs hat keine Angst vor schwierigen Themen

Wie schon im vergangenen Jahr scheute die "OHnE"-Redaktion auch in diesem Jahr keine schwierigen Themen. Die Beiträge drehten sich um Rechtsextremismus, sexuelle Gewalt oder Mobbing. Die Redaktion der Gustave-Eiffel-Sekundarschule griff in ihrem prämierten Heft das leidige Toilettenthema aus verschiedenen Blickwinkeln auf – dabei ging es vor allem um das Problem, dass weltweit viel zu viele Menschen keinen Zugang zu Toiletten haben.

Und auch die jungen Journalisten vom "Salvator-Express" der Katholischen Schule Salvator in Reinickendorf überzeugten mit kritischen und überraschenden Beiträgen, etwa zum Taschengeld oder Fahrradfahren.

"Ein idealer Ort, um sich auszuprobieren"

"Die Schülerzeitung ist ein idealer Ort, um sich auszuprobieren", sagte Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost, bei der Preisverleihung und ermutigte die Jungredakteure weiterzumachen. Auch die Schulen würden davon profitieren. Nicht selten hätten Beiträge in Schülerzeitungen auch Veränderungen im Schulalltag angestoßen.

Henrik Nürnberger von der Jungen Presse Berlin e. V. betonte, dass Schülerredakteure auch für sich einen Nutzen mitnehmen würden. Sie lernten, sich der Diskussion zu stellen und offen ihre Meinung zu äußern. Der Verein bietet Workshops für Schüler an, in denen zum Beispiel gezeigt wird, was der Unterschied ist zwischen einem Gerücht und einem richtig recherchierten Artikel.

Es gab auch musikalischen Applaus für die Berliner Sieger: Niko Zeidler und Ralf Ruh von der Leo-Borchard-Musikschule überzeugten mit Saxophon- und Klavier-Einlagen.

Alle ersten und zweiten Preisträger im Landeswettbewerb sind automatisch für die Teilnahme am Bundeswettbewerb nominiert, wie die Moderatorinnen Johanna Ewald von der Berliner Morgenpost und Johanna Kroll von der Jungen Presse Berlin sagten. Die Preisverleihung findet im Juni im Bundesrat statt. Der Startschuss für die nächste Runde des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs fällt dann gleich nach den großen Ferien im Sommer.

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