Blitzeis möglich

Schnee und Glätte - Unfälle auf Autobahnen um Berlin

In Berlin läuft der Verkehr noch glimpflich, trotz Schnee und Minusgraden. Die Zahl der Unfälle nimmt derzeit zu.

Bei einem Unfall mit zwei Lastwagen auf der A13 südlich von Berlin ist einer der Fahrer verletzt worden

Bei einem Unfall mit zwei Lastwagen auf der A13 südlich von Berlin ist einer der Fahrer verletzt worden

Foto: Thomas Schröder

Der Sonnabendmorgen hat auf Berlins Straßen langsam begonnen: Schnee und Minusgrade versetzen die Stadt in Zeitlupe. Bis 11 Uhr verzeichnete die Berliner Feuerwehr keine wetterbedingt erhöhte Einsatzzahl, auch nicht auf den Autobahnen in der Stadt.

Nach Polizeiangaben gab es zwischen 8 und 9 Uhr drei, zwischen 9 bis 10 Uhr insgesamt 13 und von 10 bis 11 Uhr genau 14 Verkehrsunfälle, so eine Polizeisprecherin. Zwischen 11 und 12 Uhr wurden 15 Unfälle, zwischen 12 und 13 Uhr weitere 16 und die meisten pro Stunde bislang zwischen 13 und 14 Uhr: 28. Es gab vorwiegend Blechschäden. Zum Vergleich: In der erste Schneefallperiode Anfang Januar waren zeitweise 40 bis 50 Verkehrsunfälle stündlich gemeldet worden.

Allerdings musste die Kuppel des Reichstagsgebäudes wegen Glätte erneut geschlossen werden. Der abschüssige Boden sei rutschig, sagte eine Sprecherin. Sobald sich das Wetter bessere, werde sie wieder geöffnet.

Auf den Autobahnen im Umland häufen sich mittlerweile jedoch die Unfälle. Die Verkehrsinformationszentrale Berlin meldet Unfälle auf A2, A10, A11, A12, A13, A113 und A15.

A113 nach Unfall gesperrt

Nach einem Lkw-Unfall auf der A113, Autobahnzubringer Dresden, Neukölln Richtung Schönefeld zwischen Späthstraße und Adlershof musste die Autobahn in Richtung Schönefeld in Höhe Baumschulenweg gegen 11.30 Uhr gesperrt werden. Die Feuerwehr war mit dem technischen Dienst im Einsatz, um den defekten Lkw zu bergen. Verletzt wurde niemand. Es bildete sich ein Stau. Eine Stunde später war die Sperrung wieder aufgehoben.

Bei einem Unfall mit zwei Lastwagen auf der A13 südlich von Berlin wurde einer der Fahrer verletzt. Die Autobahn wurde am Samstag bei Groß Köris (Dahme-Spreewald) gesperrt, weil ein Lastwagen auf glatter Straße ins Schleudern kam und umkippte. Der gut 60 Jahre alte Fahrer wurde eingeklemmt, Rettungskräfte brauchten mehr als eine Stunde, um den Schwerverletzten zu befreien. Der Fahrer eines weiteren Lkw, der auf den querliegenden Laster auffuhr, wurde leicht verletzt. Am späten Samstagabend rollte der Verkehr dann wieder in Richtung Dresden.

Wegen Eisglätte ist es auf den Straßen in Brandenburg zu mehreren Unfällen mit Verletzten gekommen. Betroffen waren am Samstag vor allem der Süden und der Osten, wie die örtlichen Leitstellen am Mittag mitteilten.

Verletzte bei Unfällen in Brandenburg

In Brandenburg kam es darüber hinaus wegen Eisglätte auch auf anderen Straßen zu Unfällen mit Verletzten. Betroffen waren am Sonnabend vor allem der Süden und der Osten, wie die örtlichen Leitstellen am Mittag mitteilten. In Lebus (Märkisch-Oderland) kamen demnach zwei Verletzte ins Krankenhaus, nachdem ihr Auto von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt war. Bei Klein Mehßow (Oberspreewald-Lausitz) wurde eine Frau verletzt, weil sich ihr Wagen bei Eisglätte überschlagen hatte.

Die Regionalleitstelle Lausitz meldete mehrere Einsätze für Südbrandenburg.

Amtliche Warnung vor Schnee und Frost

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Freitagabend eine Information "Unwetter Glatteis" für Berlin herausgegeben. Ein Niederschlagsgebiet greife von Westen her über, heißt es. "Dabei fällt voraussichtlich überwiegend Schnee - zeitweise ist jedoch der Übergang in gefrierenden Regen mit unwetterartigem Glatteis möglich.

Gegen 16 Uhr wurde die amtliche Warnung der Meteorologen aufgehoben.

BSR ist nicht für Gehwege zuständig

Die Berliner Stadtreinigung ist mit 2100 Kräften und 540 Fahrzeugen im 24-Stunden-Einsatz. Zunächst werden Autobahnen, Hauptstraßen sowie die wichtigsten Straßen, auf denen Busse und Bahnen rollen geräumt. Schneit es weiter, müssen die BSR-Kräfte immer wieder von vorn anfangen, das lässt dann weniger Kapazitäten frei für die Nebenstraßen.

BSR-Sprecherin Sabine Thümler wies gegenüber der Berliner Morgenpost noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass die BSR nicht für die Gehwege zuständig ist: "Gehwege sind Sache der Eigentümer." Und auch diese müssen mehrfach zur Schaufel greifen, wenn es immer weiter schneit.

Es wird wieder milder in Berlin

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Teilen von Sachsen und Brandenburg muss laut DWD mit Schneeglätte und Blitzeis gerechnet werden. Nach Angaben der Polizeidienststellen in den Ländern hatte es in den frühen Morgenstunden bislang nur vereinzelt Unfälle mit Blechschäden gegeben. Im Laufe des Vormittags steigen die Temperaturen nach Angaben der Meteorologen über den Gefrierpunkt. Nur in den Mittelgebirgen, im Werratal sowie in Ostsachsen müsse weiter mit Dauerfrost gerechnet werden.

>>>Bundesweit hunderte Unfälle bei Blitzeis und Schnee

In Berlin steigen die Temperaturen am Wochenende auf 3 bis 4 Grad am Tag. Im Verlauf ist allerdings auch weiter mit Regen, Schneeregen und damit auch mit glatten Fahrbahnen und Fußwegen zu rechnen. Denn die Böden sind nach dem Dauerfrost noch gefroren, der Regen wird sofort zu Eis.

Am Montag und Dienstag bleibt es in Berlin weiterhin überwiegen trüb, aber trocken. Zumindest wird es dann deutlich milder: Die Temperaturen steigen laut DWD auf Werte zwischen 5 und 9 Grad. Plus, wohlgemerkt.

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