Zusammenarbeit Delius und 34 Ex-Piraten unterstützen Linkspartei

Der Fraktionsvorsitzende der Berliner Piratenpartei, Martin Delius

Foto: Britta Pedersen / dpa

Der Fraktionsvorsitzende der Berliner Piratenpartei, Martin Delius

Ex-Politiker der Piraten unterstützen bundesweit künftig die Partei Die Linke. Das kündigten Martin Delius und Klaus Lederer an.

Die Spekulation über die politische Zukunft des aus der Partei ausgetretenen, aber Noch-Vorsitzenden der Berliner Piraten-Fraktion, Martin Delius, hat ein Ende. "Ich werde nicht in die Linkspartei eintreten", sagte Delius am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch, zu dem er gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Linken, Klaus Lederer, eingeladen hatte. Zusammen mit 34 anderen Ex-Piraten habe er sich aber entschieden, "die Linkspartei kritisch und solidarisch zu unterstützen". Delius sagte aber auch auf die Frage zu seiner weiteren Planung über 2016 hinaus: "Ich kann für die Zukunft gar nichts ausschließen." Ebenso schloss Lederer eine direkte Mitarbeit von Delius irgendwann nicht aus.

In einer Erklärung mit dem Titel "Aufbruch in Fahrtrichtung links", die Delius verteilte, sind die Namen der 35 Ex-Piraten alphabetisch aufgelistet, darunter auch Gerhard Anger, ehemaliger Berliner Landeschef der Piraten, Oliver Höfinghoff, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Julia Schramm, ehemals im Bundesvorstand der Piratenpartei, und Simon Weiß, Mitglied des Abgeordnetenhauses.

Keine Politik zu machen ist für ihn keine Option

In der Erklärung heißt es weiter: "Eine Erkenntnis des Jahres 2015 ist – die Piratenpartei ist tot." Ungeachtet dessen würden er und die 34 anderen Ex-Piraten sich auch weiterhin für ein "sozialeres und offeneres Europa einsetzen", sagte Delius. Keine Politik zu machen, sei für ihn und die anderen keine Option. Sie würden sich auch weiter einbringen wollen und Fragen, die die Piratenpartei aufgeworfen habe, weiter verfolgen. Dabei gehe es unter anderem um den freien Zugang zu Wissen und Information für alle, das sei eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Klaus Lederer zeigte sich erfreut über die Entscheidung von Delius und den anderen Ex-Piraten, seine Partei künftig zu unterstützen. "Wir arbeiten bereits seit Längerem zusammen", sagte er. "Als unsere Zusammenarbeit begann, wussten wir nicht, worauf es hinauslaufen würde." Im Laufe der Zeit seien Vertrauen und solidarisches Miteinander gewachsen.

Auf die Lage der Piratenpartei angesprochen, sagte Delius, dass es in ihren Reihen viel Spaltungspotenzial gebe. "Unsere Aktion wird aber nicht zur Verschlimmerung beitragen." Die Berliner Piraten verloren in den vergangenen Jahren viele Mitglieder. Die Chance auf einen erneuten Einzug ins Abgeordnetenhaus im Herbst ist äußerst gering.

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