Berlin-Friedrichshain

Rigaer Straße: Anwohner verurteilen Polizeieinsatz scharf

Nach dem Einsatz an der Rigaer Straße in Friedrichshain kritisieren Kiez-Anwohner das Vorgehen der Polizei auf einer Spontan-PK.

Nach dem Großeinsatz gegen die linksautonome Szene in Berlin-Friedrichshain am Mittwochabend hat die Polizei auch am Donnerstag im Friedrichshainer Kiez Präsenz gezeigt. Vor Ort blieb die Situation aber ruhig.

Am Abend führten etwa 50 Beamte in Gruppen Personenkontrollen in den Eingangsbereichen der anliegenden Häuser durch. Darüber hinaus fanden keine Einsätze der Polizei an der Rigaer Straße statt.

Gegen 21 Uhr verlasen vermummte Anwohner der benachbarten Liebigstraße an der Rigaer Straße eine Erklärung, in der sie das Vorgehen der Polizei als "unangemessen" und "ohne juristische Grundlage" scharf verurteilten. Etwa 50 Sympathisanten versammelten sich auf der Straße. Sie waren einem Facebook-Aufruf zu einer "Pressekonferenz" im Freien gefolgt.

Beamte seien ohne richterlich erlassenen Durchsuchungsbechluss widerrechtlich in die Wohnungen an der Rigaer Straße Nr. 94 eingedrungen. Dabei sei Mobiliar zerstört und die Einrichtung verwüstet worden, hieß es. Eine Mutter sei über Stunden nicht zu ihren Kindern in ihre Wohnung gelassen worden, diese ständen unter Schock. Beamte hätten zahlreiche Anwohner "körperlich bedrängt", hieß es weiter.

Am Rande der Kundgebung führte die Polizei mehrere Personenkontrollen durch. Es gab keine Festnahmen.

Andere Anwohner äußerten sich im Gegensatz dazu. Sie zeigten sich genervt von den Zuständen rund um die Rigaer Straße: >>> Anwohner in der Rigaer Straße: "Uns geht es auf den Keks!" <<<

Kritik an dem Großeinsatz der Polizei äußerten auch Grüne und Die Linke. Sie kündigten an, dass der Vorfall ein parlamentarisches Nachspiel haben werde: >>> Linke und Grüne kritisieren Großeinsatz an Rigaer Straße <<<

Nachdem ein Polizist an der Rigaer Straße in Friedrichshain von mutmaßlich Linksautonomen angegriffen wurde, hatte die Polizei am Mittwochabend ein linksautonomes Wohnprojekt gestürmt. Die Täter hatten sich am Mittag nach dem Angriff in dem besetzten Gebäude verschanzt.

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