Prognose Berlin steuert auf vier Millionen Einwohner zu

In zehn Jahren wird Berlin laut Senator Geisel rund vier Millionen Einwohner haben. Welche Bezirke besonders stark wachsen.

Die Berliner Bevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um 265.000 Menschen auf dann 3,83 Millionen Einwohner wachsen. Das entspricht einem stadtweiten Plus von 7,5 Prozent und 80.000 Menschen mehr als bisher vorausgesagt. Diese Prognose hat Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch auf der Senatsklausur vorgestellt. Hinzu kommen die Flüchtlinge. Hier rechnet der Senator allein bis 2020 mit einem Zuwachs von bis zu 174.000 Menschen, wobei der starke Zuzug seit dem Herbst vergangenen Jahrs in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt ist. Geisel wagte daher die Prognose: "In den nächsten zehn Jahren wird Berlin zu einer Vier-Millionen-Metropole."

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Das Wachstum Berlins wird vor allem in den nächsten fünf Jahren noch sehr stark sein, danach flacht die Kurve etwas ab. Allein bis 2020 rechnet der Stadtentwicklungssenator mit einem Anstieg um 190.000 Menschen. Bisher sei die wachsende Stadt wirtschaftsgetrieben, betonte er. Die Zuwanderung erfolge in den Arbeitsmarkt, nicht in das Netz der Sozialsysteme. Die Bevölkerungszunahme sei nicht in allen Bezirken gleich stark. Während sie in Pankow bis 2030 bei 16 Prozent liege, betrage sie in Tempelhof-Schöneberg nur 2,6 Prozent. Auch Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf wachsen voraussichtlich unterdurchschnittlich, Reinickendorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg liegen dagegen über dem Durchschnitt.

Berlins Altersdurchschnitt steigt

Dabei steigt der Altersdurchschnitt der Berliner Bevölkerung. Hauptgründe sind die geringe Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung. Das Durchschnittsalter erhöht sich bis 2030 von 42,9 auf 44,3 Jahre. Der Anteil der über 65-Jährigen nehme in dieser Zeit um ein Viertel zu, sagte Geisel. Die Politik müsse sich darauf einstellen, mittelfristig eine altersgerechte Stadt zu schaffen. Insbesondere wegen des demographischen Wandels brauche Berlin die Zuwanderung.

Auf das Wachstum will der Senat mit einem stärkeren Wohnungsneubau reagieren. Bis 2020 sollen 15- bis 20.000 Wohnungen pro Jahre gebaut werden, davon mindestens 6000 von städtischen Gesellschaften. Es soll ein "Sofort-Programm" für zehn neue Siedlungen mit insgesamt 50.000 Wohnungen aufgelegt werden. Dazu gehören aber bereits bekannte Standorte wie der Flughafen Tegel und die Buckower Felder.

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