Gewalt in Berlin

Polizist stellt Knöllchen aus - und wird niedergeschlagen

Ein Beamter stellt in Friedrichshain ein Knöllchen für Falschparken aus und wird niedergeschlagen. Die Täter sollen Linksextreme sein.

Beim Verteilen eines Knöllchens wurde ein Berliner Polizist am Mittwoch niedergeschlagen

Foto: schroeder

Beim Verteilen eines Knöllchens wurde ein Berliner Polizist am Mittwoch niedergeschlagen

In Friedrichshain ist ein Polizeibeamter auf der Straße brutal angegriffen und verletzt worden. Der Übergriff auf den Beamten ereignete sich am Mittwoch kurz nach 12 Uhr in der Rigaer Straße. Die Angreifer verschanzten sich anschließend in dem Haus Nummer 94. Der Polizist wurde leicht verletzt und musste ambulant behandelt werden. Nach Angaben des Landesbezirks Berlin der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sollen die vier Angreifer dem linksextremen Spektrum angehören. Die Polizei bestätigte zunächst nur Ermittlungen wegen Körperverletzung.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, hatte der Beamte eine Ordnungswi­drigkeit wegen Falschparkens festgestellt, als ein Mann und eine Frau auf ihn zutraten und den Beamten zunächst verbal angingen. "Verschwinde hier, die Rigaer Straße ist unser Gebiet", soll der Mann zu dem Beamten gesagt haben. Als der Polizist zur Feststellung der Identität die Ausweise der beiden verlangte, wurde er sofort attackiert und geschlagen.

Als zwei weitere Personen aus dem gleichen Haus traten, schlossen diese sich dem Angriff sofort an und brachten den Polizisten mit Schlägen zu Boden. Danach soll der bereits am Boden liegende Beamte mehrfach getreten worden sein. Als die Täter von dem Mann abließen, versuchte der Angegriffene noch, die Täter zu stellen. Doch die Angreifer flüchteten sich in das Haus und verbarrikadierten den Hauseingang.

Innensenator und Gewerkschaft verurteilen den Übergriff

Innensenator Frank Henkel (CDU) erklärte, der "Rechtsstaat wird diese feige Gewalttat nicht unbeantwortet lassen" und ergänzte: "Ich verurteile diesen feigen und hinterhältigen Angriff auf einen unserer Polizisten auf das Schärfste. Besonders widerlich ist, dass das Opfer auf einer linksextremen Internetseite auch noch verhöhnt und zum Täter gemacht wird."

In einem linksextremen Internetforum war behauptet worden, der Polizist habe eine Gruppe von vier Personen angegriffen. Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellte der Angriff in der Rigaer Straße "eine neue Eskalation der Gewalt" dar. "Unser Kollege trug keine Schutzbekleidung und ist als Kontaktbereichsbeamter für die Anliegen der Anwohner da. Dieser Angriff eines autonomen Mobs war feige und hinterhältig", sagte GdP-Sprecher Steve Feldmann.

Tatsächlich löste der Vorfall am Abend einen Großeinsatz der Polizei mit 500 Beamten aus.

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