Neujahrsempfang der IHK Berliner Wirtschaft begrüßt das neue Jahr

IHK Berlin und die Handwerkskammer Berlin feiern mit 1700 Gästen - und einer Überraschung.

Alle wollten sie begrüßen. Die Rede ist von Beatrice Kramm, die im März als neue Präsidentin der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) kandidieren wird. Neben den Gastgebern, dem noch amtierenden IHK-Chef Eric Schweitzer und dem Handwerkskammer-Präsidenten Stephan Schwarz begrüßte sie die 1700 Gäste, die am Freitagabend zum Neujahrsempfang der Kammern ins Ludwig-Erhard-Haus gekomnen waren.

Die Berliner Wirtschaft und Politik freuten sich über die Kandidatur von Kramm. "Ich finde es ein tolles Zeichen für Berlin", sagte BVG-Vorstandschefin Sigrid Nikutta. "Frau Kramm ist schon so lange im Präsidium, dass sie es bestimmt gut machen wird", ergänzte Gasag-Chefin Vera Gäde-Butzlaff. "Eine tolle Entscheidung, nicht nur weil es eine Frau ist", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller. Auch begeistert waren Frauensenatorin Dilek Kolat, Grünen-Fraktionsvorsitzende Ramona Pop, ihre Parteikollegin Renate Künast und der Ex-Regierende Klaus Wowereit. "Eier esse ich erst, wenn sie gelegt wurden", sagte Kramm hingegen, die den Ball noch flach halten wollte. Sie habe lange über die Kandidatur nachgedacht, denn es bedeute viel Verantwortung, Arbeit und Aufmerksamkeit, so Kramm weiter.

"Ich habe das Amt unglaublich gerne bekleidet"

Eric Schweitzer, der sie dem Präsidium vorgeschlagen hatte, verlässt die IHK mit einer Träne im Knopfloch. "Ich habe das Amt unglaublich gerne bekleidet, aber man muss wissen, wann es Zeit ist zu gehen", sagte er. Über seine Nachfolgerin meinte er: "Erstmals eine Frau in diesem Amt ist ein tolles Signal".

In seiner Begrüßung blickte Schweitzer optimistisch in die Zukunft. "Das Engagement der Berliner Unternehmen ist überwältigend und ein Beleg für das Funktionieren unserer Stadt", sagte er. Handwerkskammer-Präsident Schwarz: "Die Handwerkskammer hat gemeinsam mit dem Berliner Senat das Projekt 'Arrivo' ins Leben gerufen, dessen Aufgabe es ist, geflüchtete Menschen in eine Ausbildung zu bringen". Bereits im ersten Jahr habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, so Schwarz weiter. Beide Präsidenten forderten die Politik auf, den Betrieben optimale Rahmenbedingungen zu bieten, damit sich diese Entwicklung verfestigen könne.

2015 sei ein gutes Jahr für die Berliner Wirtschaft gewesen, sagten Schwarz und Schweitzer in ihrer Rede. 30.000 Gründungen und mehr als 40.000 neue Arbeitsplätze seien eine gute Bilanz.

Die Integration der geflüchteten Menschen und die Bewältigung des damit verbundenen bürokratischen Aufwands seien die wesentliche Aufgabe im neuen Jahr. Ob die Integration gelingt, hänge wesentlich davon ab, wie schnell die Asylbewerber in Arbeit oder Ausbildung zu bringen seien. Die Berliner Wirtschaft sei bereit, hierfür Ihren Beitrag zu leisten.

Nominierung Kramms ist ein "Paukenschlag"

Als Schweitzer ankündigte, im Frühjahr sein Amt niederzulegen und als Nachfolgerin die Vizepräsidentin der IHK, Beatrice Kramm vorzuschlagen, brandete Applaus auf. Schweitzer erntete Lacher und einen noch herzlicheren Beifall, als er sagte: "Ich hoffe, Sie applaudieren jetzt nicht, weil ich mein Amt niederlege, sondern sie applaudieren, weil ich Frau Kramm vorgeschlagen habe." Den größten Beifall aber bekam Schweitzer, als er ankündigte, sich auch weiterhin in der IHK zu engagieren. Damit war dann endgültig klar, wie die Berliner Wirtschaft zu ihm steht.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller nannte die Nominierung Kramms einen "Paukenschlag". Er würde ihre Wahl begrüßen, denn sie sei eine profilierte Unternehmerin, mit der die Stadt wichtige Schritte nach vorn gehen könnte.

Müller nutzte seine Rede, um sich bei den Gästen des Neujahrsempfangs dafür zu bedanken, was sie für die Berliner Wirtschaft im vergangenen Jahr erreicht hätten. Wirtschaft und Arbeit lägen ihm sehr am Herzen, betonte Müller. Schließlich hätten noch 180.000 Berliner keinen Arbeitsplatz. "Lassen Sie uns gemeinsam die Chance nutzen, in diesen guten Zeiten mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen", appellierte er an die Gäste. Zum Abschluss sagte Müller: "Ich möchte, dass Berlin die tolerante, weltoffene Metropole bleibt, aber immer mehr als Standort von Wirtschaft und Arbeit wahrgenommen wird."

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