Flüchtlingsunterkünfte

Berliner Senat beschlagnahmt erneut zwei Sporthallen

Feldbetten für Flüchtlinge werden in einer Turnhalle aufgebaut

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Feldbetten für Flüchtlinge werden in einer Turnhalle aufgebaut

Eigentlich wollte die Senatssozialverwaltung keine Turnhallen mehr belegen. Doch nun kam es anders. Ein Grund ist die Kälte.

Die Senatssozialverwaltung hat erneut in zwei Sporthallen Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet, an der Cyclopstraße in Wittenau (Reinickendorf) und der Merlitzstraße in Adlershof (Treptow-Köpenick). Die Halle in Wittenau wurde mit 240 Flüchtlingen belegt, in Adlershof sollten am Mittwochabend 350 Menschen einziehen. Noch in der vergangenen Woche hieß es, es sollen keine weiteren Turnhallen belegt werden. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) kündigte an, kurzfristig würden 6000 neue Plätze für Flüchtlinge geschaffen.

Beide Hallen seien Flüchtlingsstaatssekretär Dieter Glietsch bereits im vergangenen Jahr von der Senatsbildungsverwaltung beziehungsweise dem Bezirk angeboten worden, sagte Czaja-Sprecher Sascha Langenbach am Mittwoch. Allerdings legte Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) am Dienstag Widerspruch gegen die Beschlagnahmung der Adlershofer Halle ein – vergeblich.

Zahl der ankommenden Flüchtlinge steigt wieder

Langenbach bedauerte, dass die beiden Hallen genutzt werden müssen. Es seien aber in den vergangenen Tagen erheblich mehr Flüchtlinge nach Berlin gekommen als rund um Weihnachten und Neujahr, am Dienstag etwa seien es 582 gewesen. Auch am späten Mittwochabend wurden zusätzlich zu den Tageszugängen noch bis zu 200 weitere Asylsuchende erwartet, die per Zug aus Bayern kommen sollten. Und von der Grenze in Österreich werde ein wieder stärkerer Zustrom über die Balkanroute gemeldet, so der Sprecher. Dafür müsse man Vorsorge treffen.

Zweiter Grund, nun entgegen der Ankündigungen doch wieder Turnhallen zu beschlagnahmen, sei die Kälte, so Langenbach. Deshalb sei es zum Beispiel nicht möglich gewesen, den Hangar 7 am ehemaligen Flughafen Tempelhof zu belegen. Dort war die Heizung kaputt. Diese funktioniere zwar wieder, so Langenbach, es dauere aber, bis im Hangar akzeptable Temperaturen herrschen.

Heizungen und Sanitäranlagen ausgefallen

Voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag könnten die 500 Plätze in dem Hangar genutzt werden. Auch in anderen Unterkünften seien witterungsbedingt Heizungen oder Sanitäranlagen ausgefallen, weswegen diese Unterkünfte zumindest nicht vollständig zur Verfügung stünden.

Bei den in Aussicht gestellten 6000 Plätzen gebe es in einigen Objekten noch Bauarbeiten, die durchgeführt werden müssen, bei anderen Unterkünften seien die Verträge mit den Anbietern noch nicht unterschrieben, erklärte Langenbach. Es werde aber innerhalb der nächsten zwei Wochen eine spürbare Entlastung geben. Ein Gebäude mit 400 Plätzen an der Daimlerstraße in Marienfelde sei bereits in den kommenden Tagen bezugsfertig.

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