Immobilienmarkt

Büroräume werden in Berlin knapp – und teuer

Die Mieten in Berlin sind in den vergangenen fünf Jahren um zwölf Prozent gestiegen. Kaum noch eine Büroimmobilie ist unvermietet.

21 Euro kostet ein Quadratmeter Bürofläche im Spreedreieck an der Friedrichstraße

Foto: dpa Picture-Alliance / XAMAX / picture-alliance/ dpa

21 Euro kostet ein Quadratmeter Bürofläche im Spreedreieck an der Friedrichstraße

Berlin. Immer wieder fordern Politiker aller Parteien, leer stehende Büroflächen in der Hauptstadt in Unterkünfte für die vielen Flüchtlinge umzuwandeln. Doch diese Forderung läuft zunehmend ins Leere, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie des Immobilienberatungs-Dienstleisters Savills zeigt. Denn in Berlin ist kaum noch eine Büroimmobilie unvermietet.

Im vergangenen Jahr standen nur noch 69.000 Quadratmeter des insgesamt 19,3 Millionen Quadratmeter großen Büroflächenbestandes leer – das entspricht einer Quote von 3,6 Prozent (2014: 4,5 Prozent). Und die Tendenz ist angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt weiter fallend. Allein knapp eine Million Qua-dratmeter wurden in der Hauptstadt neu vermietet. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2014.

Die starke Nachfrage nach Arbeitsflächen für Büroangestellte – immerhin 625.200 der insgesamt 1,84 Millionen erwerbstätigen Berliner arbeiten an einem Schreibtisch – lässt nun auch die Preise weiter klettern. Laut Savills betrug die durchschnittliche Büromiete in Berlin vergangenes Jahr 14,80 Euro je Monat und Quadratmeter. Damit ist sie allein in den vergangenen fünf Jahren um mehr als zwölf Prozent gestiegen (2011: 12,10 Euro).

Doch damit kann Berlin längst noch nicht wieder anknüpfen an die 90er-Jahre. Im Zuge der Wiedervereinigungseuphorie waren die Preise damals auf durchschnittlich 21 Euro gestiegen – Mieten, die heute nur in guten Lagen in der City Ost oder West erzielt werden. Immerhin: Auch Berlin hat echte Spitzenlagen: 32 Euro je Monat und Quadratmeter muss zahlen, wer ein Büro am Brandenburger Tor beziehen will. Im internationalen Vergleich ein Schnäppchen: In Londons Zentrum, dem weltweit teuersten Bürostandort, werden 210 Euro verlangt.

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