Berlin

Zahl der Schwarzfahrer steigt deutlich

Kontrolleure erwischen 2014 fast 700.000 Fahrgäste ohne Ticket

Fast 700.000 Schwarzfahrer haben die Kontrolleure der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der S-Bahn Berlin 2014 erwischt – fast ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Strafanzeigen ist drastisch gestiegen. 480 Anzeigen der BVG aus dem Jahr 2013 stehen 33.723 Anzeigen aus 2014 gegenüber. Die S-Bahn brachte 18.174 Fälle wegen "Erschleichens von Leistungen" zur Anzeige. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage des Verkehrsexperten der Piraten-Fraktion, Gerwald Claus-Brunner, hervor.

Mit einer Strafanzeige muss bei der BVG jeder rechnen, der mehr als dreimal ohne gültigen Fahrschein erwischt wird. Die Verkehrsbetriebe hatten die Kontrollen nach einem Wechsel des privaten Dienstleisters verschärft. Die Zahl der in den Bussen und Bahnen kontrollierten Fahrgästen hat sich 2014 mit rund 5,3 Millionen gegenüber 2013 mit knapp 2,8 Millionen fast verdoppelt. Zudem habe es bei der Vorgängerfirma "Übermittlungsprobleme" gegeben, weshalb die Zahlen für 2014 deutlich höher ausfielen als im Jahr zuvor, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Anzeigen aus den Jahren 2012 und 2013 seien erst im vorigen Jahr in die Statistik berücksichtigt worden.

Ganz genau lässt sich die Anzahl der inhaftierten Schwarzfahrer nicht ermitteln, sagte Claudia Engfeld, Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz, der Berliner Morgenpost. In der JVA Plötzensee sitzen momentan 463 Personen in Haft. Von ihnen sind 240 als "Ersatzfreiheitsstrafler" verurteilt. Darunter fallen laut Engfeld auch jene, die wegen Betrugs, Diebstahls oder anderer Straftaten nicht zu einer Haft, sondern zu einer Geldstrafe verurteilt wurden, diese aber nicht zahlen können. Von diesen 240 Personen sind 68 wegen des Erschleichens von Leistungen verurteilt. Dabei handelt es sich um Schwarzfahrer, aber auch um Menschen, die sich des Missbrauchs des öffentlichen Telekommunikationsnetzes schuldig gemacht oder das Eintrittsgeld bei öffentlichen Veranstaltungen oder Einrichtungen geprellt haben. Alternativ zur Haftstrafe können Schwarzfahrer auch gemeinnützige Arbeit leisten.

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