16.04.11

Sanierung

Schokoladen in der Ackerstraße steht vor dem Aus

Es ist das letzte nicht sanierte Haus in der Ackerstraße - und ein Veranstaltungsort mit Kult-Charakter: der Schokoladen in der ehemaligen Schokoladenfabrik. Die Mieter sollen ausziehen, es gibt eine Räumungsklage.

Von Sabine Flatau
Foto: picture-alliance / akg-images
Berlin,Ackerstr., ehem.Schokoladenfabrik - -
Die Front des Schokoladen in der Ackerstraße (Archivbild)

Es gibt Streit um das letzte nicht sanierte Haus an der Ackerstraße in Mitte. Der Eigentümer hat eine Räumungsklage gegen das dortige Musikcafé Schokoladen erhoben. Alle 20 Mieter in der Nummer 169/170 haben Kündigungen erhalten. Doch keiner wolle gehen, sagt Anwalt Moritz Heusinger, der den Verein Schokoladen und die Mieter vertritt. Auch der "Club der polnischen Versager", das Theater Tisch im Schokohof und mehrere Ateliers im gleichen Haus fürchten, vertrieben zu werden. Doch es gibt Rettungsbemühungen. Ein Investor ist bereit, für eine Million Euro die Immobile vom jetzigen Eigentümer zu erwerben. Dieser Investor, ein Berliner, wolle mit anderen Freunden des Schokoladen e.V. eine Kommanditgesellschaft bilden, die das Haus kauft und Verträge mit den Gewerbemietern und den Bewohnern abschließt, sagt Heusinger.

Auch der Bezirk Mitte und die Bezirksverordneten-Versammlung wollen das alternative Projekt an der Ackerstraße erhalten. Dem jetzigen Eigentümer soll als Ersatz eine andere Immobilie in unmittelbarer Nähe angeboten werden – eine von sechs unbebauten Parzellen auf dem landeseigenen Eckgrundstück Ackerstraße/Invalidenstraße. Zu günstigen Konditionen. Das ist der Vorschlag von Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Der Eigentümer könne dort im Erdgeschoss und im ersten Stockwerk Gewerberäume einrichten und in den oberen Etagen Wohnungen, so der Stadtrat. Er setzt sich für diese Lösung auch gegenüber dem Liegenschaftsfonds und der Senatsfinanzverwaltung ein. "Alle Beteiligten sind verhandlungsbereit", sagt Gothe. Eine Entscheidung müsse der Steuerungssauschuss des Liegenschaftsfonds fällen. Doch der habe das Thema sowohl im März als auch im April verschoben.

Anwalt Heusinger sieht gute Chancen für einen entsprechenden Handel. Im Schokoladen-Haus könne der Eigentümer auf Jahre hinaus keine lukrative Luxussanierung durchführen, weil die Mieter nicht ausziehen wollen. Auf der Parzelle Ecke Invalidenstraße hingegen könne er sofort bauen. Sorgen macht sich der Anwalt um die Gewerbemieter, darunter das Musikcafé. Für den 3. Mai sei der Termin zur Verhandlung der Räumungsklage anberaumt worden, sagt er. "Weil wir einen Formfehler nachweisen konnten, wurde der Termin verschoben. Aber das Urteil wird mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ für uns ausfallen." Deshalb müsse eine politische Lösung her, sagt Heusinger. Er habe den Eindruck, dass der Eigentümer mit allen Mitteln versuche, an die Räume im Haus zu kommen, obwohl es ein lukratives Kaufangebot gebe. "In anderen Fällen wird dann das Räumungsverfahren ausgesetzt." Anwalt und Stadtrat dringen darauf, dass die Senatsfinanzverwaltung eingreift. Ihr untersteht der Liegenschaftsfonds, der das Eckgrundstück Ackerstraße Invalidenstraße verwaltet.

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