Warnungen

Hundehalter geben Dutzende Hinweise auf Giftköder in Berlin

Berliner Tierhalter können nach einer CDU-Offensive über Facebook und Twitter posten, wo Hundehasser Giftköder ausgelegt haben. Der Senat prüft, einen offiziellen Giftköder-Atlas einzurichten.

Foto: CDU Spandau

Die Spandauer CDU hat am 10. April 2015 eine Online-Offensive gestartet, um Hundehalter über Giftköder zu informieren. Bei Facebook und Twitter (@giftalarmberlin) können Nutzer Fotos von Giftködern und Stadtplanausschnitte von Fundorten einstellen, um andere Tierhalter zu warnen.

Das Erschreckende: Fast täglich gibt es Einträge. "Diese Fälle sind zumeist nicht bei der Polizei aktenkundig geworden. Und die Dunkelziffer wird weitaus größer sein", sagte der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner, der zu den Initiatoren der Plattform gehört.

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Auf ein weiteres Problem macht Thorsten Schatz aufmerksam: "Nicht nur Tiere sind durch Giftköder gefährdet, sondern auch spielende Kinder." Schatz ist Vize-Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bezirksverordnetenversammlung Spandau, die auf seine Initiative vor einem Jahr das Projekt "Spandau gegen Tierquäler" ins Leben gerufen hat.

Ob darüber hinaus beim Berliner Tierschutzbeauftragten Horst Spielmann die Einrichtung einer amtlichen Plattform mit Warnhinweisen zu Giftködern möglich ist, prüft nun der Senat. Das ergibt sich aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des tierschutzpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Alexander J. Herrmann.

Informationen sollen von verschiedenen Seiten kommen

"Die Einrichtung eines offiziellen Giftköder-Atlas für Berlin wäre ein großer Erfolg für den Kampf gegen die Giftköder in Berlin", sagt Herrmann. Damit würde eine Anregung der CDU Berlin aufgegriffen. Der beim Landestierschutzbeauftragten angesiedelte Giftköder-Atlas sollte neben privaten Hinweisen aus der Bevölkerung auch Informationen der bezirklichen Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter, der Polizei sowie auf freiwilliger Basis auch die niedergelassener Tierärzte sammeln.

"Wir sind auf die Mithilfe der Tierärzte angewiesen. Sie können fachlich einschätzen, um welche Giftformen es sich handelt, und somit einen wichtigen Teil zur Strafverfolgung beitragen", sagt Schatz. Seine Erfahrung: "Die Hundehalter bringen ihre Lieblinge zwar zum Tierarzt, vergessen aber meist, Anzeige bei der Polizei zu erstatten oder das Ordnungsamt zu informieren."

Der Tierschutzbeauftragte soll nach CDU-Vorstellung eng mit Polizei und Ordnungsämtern zusammenarbeiten, "damit wir endlich die Täter zu fassen bekommen. Ich erwarte, dass diese dann hart bestraft werden. Gefängnisstrafen dürfen keine Ausnahmen sein", fordert Wegner. Er und Schatz engagieren sich seit rund zwei Jahren gegen Giftköder in Berlin. Wegner will im Bundestag eine Strafverschärfung für Tierquäler durchsetzen.

Der Berliner Senat hält dagegen die bestehende Gesetzeslage für "eine ausreichende Möglichkeit, auf tierquälerisches Verhalten zu reagieren". Nach dem Tierschutzgesetz (§17) ist eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen. Zudem kann ein Tier eingezogen und ein Verbot der Tierhaltung ausgesprochen werden.

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