Öffentlicher Dienst

Opposition will Berliner Verwaltung für Quereinsteiger öffnen

Die Fraktionen von Grünen, Linken und Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus wollen Quereinsteigern den Einstieg in den Öffentlichen Dienst erleichtern. So wollen sie Personalmangel entgegenwirken.

Foto: Lukas Schulze / dpa

Die Oppositionsfraktionen Grüne, Linkspartei und Piraten haben die Öffnung des Öffentlichen Dienstes für Quereinsteiger gefordert. "Da wird man nicht drum herumkommen", sagte die Grüne Fraktionschefin, Antje Kapek. "Auf dem Fachkräftemarkt ist das Land Berlin derzeit nicht konkurrenzfähig", ergänzte der Fraktionschef der Linkspartei, Udo Wolf. Auch die Piraten sehen darin die einzige Möglichkeit, den derzeitigen und weiter steigenden Personalmangel in den Berliner Verwaltungen zu beseitigen. Es seien organisatorische Änderungen im Verwaltungsablauf nötig, um Fachkräfte von außen einstellen zu können, so Fraktionschef Martin Delius.

Die drei Fraktionschefs forderten bei einem Besuch im Bürgeramt Lichtenberg zudem ein Personalentwicklungskonzept vom Senat. Seit mehreren Jahren kündigt der rot-schwarze Senat ein Konzept an, bislang scheiterte dies am Kompetenzgerangel zwischen Finanz- und Innenverwaltung. Die drei Fraktionschefs begrüßten außerdem das Abrücken der Koalition vom weiteren Personalabbau im Öffentlichen Dienst. "Neu- und Umorganisation ist kaum noch möglich", sagte Delius. Deshalb müsse mehr Personal eingestellt werden, damit die Ämter weiter ihren Aufgaben nachkommen können.

Hoher Krankenstand im Lichtenberger Bürgeramt

Obwohl in Lichtenberg das Bürgeramt von den bisherigen Sparauflagen des Senates ausgenommen war, ist auch hier die Personaldecke dünn. Im vergangenen Jahr besuchten 320.000 Kunden das Bezirksamt, das entspricht rund 44.000 Besuchen mehr als im Jahr davor. Zusätzliche Stellen hat der Senat allerdings nur für zusätzliche Aufgaben, wie die Kontrolle des Zweckentfremdungsverbots oder die schnellere Erteilung von Baugenehmigungen, bereitgestellt. Gleichzeitig klagt das Bezirksamt über einen hohen Krankenstand. Zusammen mit Urlaub und Weiterbildungen sind aktuell nur 60 Prozent der Mitarbeiter anwesend, sagt der zuständige Stadtrat für Bürgerdienste im Bezirk, Andreas Prüfer (Linkspartei).

Die Bezirke beklagen seit Langem, nicht mehr ausreichend Personal für die Bürgerdienste zur Verfügung zu haben. Nach ihren Berechnungen fehlen insgesamt 1234 Stellen in den Bezirksverwaltungen.

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