Kommentar

Neues Berliner Hundegesetz - Auf die Kontrollen kommt es an

Endlich liegt ein neues Hundegesetz vor. Doch das Entscheidende werden die Kontrollen sein - und die Bußgelder. Mit 30 Euro wird man da wenig erreichen, meint Christine Richter.

Foto: Friedrich Bungert / dpa

Es ist also doch noch was geworden, mit dem Bello-Dialog in Berlin: Der zuständige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) hat am Dienstag endlich – mehr als drei Jahre nach Amtsantritt – ein Hundegesetz vorgelegt. Nach vielen Diskussionen mit Bezirksvertretern, mit Hundebesitzern und Tierschützern. Das Ergebnis: Alle Hunde sollen in der Stadt an die Leine, auch wenn es für langjährige Hundebesitzer mit Tieren, die noch nicht gebissen haben, Ausnahmen geben wird. Und: Alle Hundehalter müssen künftig einen Beutel für den Hundekot dabei haben, andernfalls wird bei einer Kontrolle ein Bußgeld fällig. Letzteres ist die wirklich gute Nachricht für Berlin.

Das Entscheidende werden deshalb die Kontrollen sein. Schon jetzt ist es ja in vielen Grünanlagen nicht erlaubt, dass die Hunde frei laufen dürfen. Ich wohne am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg – die Schilder mit dem Hundeverbot sind nicht zu übersehen, doch die Tierbesitzer lassen ihre Hunde trotzdem und ohne Leine auf dem Rasenplatz toben, wo später Kinder spielen oder im Sommer Erwachsene in der Sonne liegen. Wie oft kann man beobachten, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamts zwar die parkenden Autos am Platz kontrollieren, aber kein Wort zu den Hundebesitzern sagen. Ich mag Hunde sehr gerne, ich kenne auch etliche Hundebesitzer, die ihre Tiere gut erziehen, die regelmäßig die Hundeschule besuchen, die eigentlich keine Leine für ihre Tiere brauchen. Aber nicht alle Hundebesitzer sind so – und in einer Stadt, in der sich auf den Bürgersteigen Kinder, Erwachsene mit und ohne Hund, leider auch immer noch viele Radfahrer drängeln, braucht man eben besondere Regeln.

Andere Städte – ein Besuch in den USA zeigt dies auf eindrückliche Weise – haben es vorgemacht, wie es geht. Dort sind die Kontrollen dicht, dort werden hohe Bußgelder verhängt, dort gibt es ausreichend Auslaufflächen für Hunde. Wenn es auch in Berlin ein akzeptiertes Miteinander zwischen Menschen ohne und Menschen mit Hunden geben soll, dann brauchen die bezirklichen Ordnungsämter zunächst einige Mitarbeiter mehr. Diese Ordnungshüter dürfen dann aber auch den Konflikt mit den Hundebesitzern nicht scheuen. Und schließlich müssen die Bußgelder für Hundehalter, die den Dreck der Tiere immer noch nicht entfernen, so hoch sein, dass es ihnen auch wehtut. Mit 30 Euro wird man da wenig erreichen, dann wird Berlin eine dreckige Stadt bleiben. Leider.

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