S-Bahn

Neue Schäden auf der Berliner Stadtbahn entdeckt

Experten haben in der vergangenen Nacht weitere Schadstellen an der kürzlich sanierten Stadtbahn-Trasse festgestellt. Beim Schienenwechsel wurde möglicherweise gepfuscht.

Foto: Paul Zinken / dpa

Experten der Deutschen Bahn haben in der Nacht zu Donnerstag zwei weitere Schwachstellen an der erst im Sommer für 17 Millionen Euro sanierten Stadtbahntrasse entdeckt.

Laut einem Bahnsprecher handelt es sich dabei um "Fehler bei den Schweißungen", mit denen die einzelnen Schienenstücke fest verbunden werden.

Fehlerhafte Schweißnähte gelten als eine Hauptursache für Schienenbrüche, wie sie am Mittwoch vergangener Woche fast zeitgleich an drei Stellen auf der Stadtbahn aufgetreten waren.

Die Schäden sorgten für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs auf den wichtigen Ost-West-Linien S5, S7 und S75.

DB Netz führt Sonderinspektion durch

Um weitere Schadstellen zu finden, führt die Bahntochter DB Netz seit dem 23. November auf der acht Kilometer langen Strecke zwischen Ostbahnhof und Bahnhof Zoologischer Garten eine Sonderinspektion durch.

Mitarbeiter gehen mit Ultraschallmessgeräten die Strecke ab und untersuchen die einzelnen Schweißnähte, pro Nacht etwa 14 der insgesamt 240 Verbindungen. Dabei waren bereits in der Nacht zu Dienstag bei zwei Schweißungen Fehler festgestellt worden.

Die auffälligen Stellen wurden daraufhin gelascht, also mit angeschraubten Metallplatten stabilisiert, so dass die Züge tagsüber weiter ohne Einschränkungen fahren können. In den kommenden Wochen sollen alle schadhaften Schienenstücke ausgebaut und durch neue ersetzt werden. Laut Bahnsprecher werden dafür jeweils drei bis vier Stunden benötigt. Die Arbeiten sollen möglichst in den nächtlichen Betriebspausen der S-Bahn erfolgen.

Bahn sieht keine weiteren Vollsperrungen erforderlich

Die Bahn geht bisher davon aus, dass weitere Vollsperrungen der stark befahrenen Stadtbahn nicht erforderlich sein werden. Allerdings sind das gesamte Ausmaß und die eigentliche Ursache der Schäden noch ungeklärt.

Die Inspektion der Schienen wird voraussichtlich noch bis Mitte Dezember andauern, so die Bahn. Dafür gibt es mit Ausnahme der Nächte zu Sonnabend und Sonntag, in denen die S-Bahnen durchfahren, jeweils ab 0 Uhr Einschränkungen im Zugverkehr.

Um die Schienen komplett zu erneuern, war die Stadtbahntrasse erst im Sommer sechs Wochen lang voll gesperrt worden. Weitere lange Vollsperrungen sind bereits für 2016 und 2017 angekündigt, wenn marode Brückenverbindungen zwischen Hauptbahnhof und Friedrichstraße saniert werden müssen.

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