Immobilien

Einstiges Berliner Kunsthaus Tacheles an Investor verkauft

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

150-Millionen-Euro-Deal in Berlin: Die Private Equity Firma Perella Weinberg Partners kauft den Tacheles-Komplex in Mitte. Entstehen könnte eine Mischung aus Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Hotels.

Eine der letzten großen Freiflächen in Berlins Mitte ist verkauft: Das Gelände des ehemaligen Kunsthauses Tacheles an der Ecke Oranienburger und Friedrichstraße wechselt für 150 Millionen Euro den Besitzer. Die Deutsche Immobilien-Gruppe, die aus der Fundus Gruppe des Investors Anno August Jagdfeld hervorging, verkaufte das 25.000 Quadratmeter große Areal mitsamt der Ruine des früheren Kaufhauses an die international operierende Private Equity Firma Perella Weinberg Partners mit Sitz in New York, London, Abu Dhabi, Denver, Dubai und San Francisco. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Immobilienkreisen. Die neuen Eigentümer gehören nach eigenen Angaben zu den größten Firmen ihrer Art. Das von erfahrenen amerikanischen Wall-Street-Größen 2006 gegründete Unternehmen verwaltet ein Vermögen von 11,2 Milliarden US-Dollar.

Investor will "Anziehungspunkt in Berlins Mitte schaffen"

"Wir freuen uns, dass wir das Gelände aus dem Dornröschenschlaf holen und hier ein neues Kapitel beginnen können, um einen weiteren Anziehungspunkt in Berlins Mitte zu schaffen", sagt Léon Bressler, Managing Partner der Perella Weinberg Real Estate. "Wir sind überzeugt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt und möchten mit dem Projekt einen Teil der Berliner Innenstadt aktiv mitgestalten."

Das Tacheles-Objekt befand sich seit Jahren in Zwangsverwaltung, weil eine Grundschuld von 80 Millionen Euro zugunsten der Hamburger HSH Nordbank auf dem Gelände lastete. Diese Schulden kann die inzwischen von Jagdfelds Sohn Benedikt geführte Deutsche Immobilien Gruppe nun ablösen.

Der Kaufpreis ist ein Beleg für die enorme Preisentwicklung auf dem Berliner Immobilienmarkt. Der Verkehrswert war nur auf ein Viertel der nun erlösten Summe festgesetzt worden.

1990 hatten Künstler die Kaufhaus-Ruine besetzt

Die neuen Eigentümer können das Gelände um die Ruine nun nach den Vorgaben des geltenden Bebauungsplans mit einer Mischung aus Büros, Wohnungen, Einzelhandel und Hotels bebauen. Investor Jagdfeld hatte für sein Projekt ein Investitionsvolumen von rund 400 Millionen Euro vorgesehen. Wegen der gestiegenen Preise dürfte sich diese Summe für ein neues Projekt deutlich erhöhen.

Mit dem Verkauf endet eine klassische Berliner Nachwende-Geschichte. 1990 hatten Künstler die Kaufhaus-Ruine besetzt und in den Folgejahren zu einem kreativen Zentrum der Stadt und zu einem Anziehungspunkt für Berlin-Besucher gemacht.

Immer wieder gab es in der Folgezeit Versuche, das Gebäude räumen zu lassen. 2012 sperrte das Bezirksamt dann die Ruine wegen Brandschutzmängeln. Die letzten Nutzer der noch etwa 30 Ateliers zogen in der Folge im September 2012 aus.

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