Schloss Bellevue

Bundespräsident Gauck würdigt ehrenamtliches Engagement

Joachim Gauck bedankt sich im Schloss Bellevue beim Bürgerfest für die Arbeit von 4000 Ehrenämtlern. Zu den Gästen zählen auch die beiden Berliner Raúl Aguayo-Krauthausen und Gernot Halbleib.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt haben am Freitagnachmittag zum Bürgerfest in den Park und das Schloss Bellevue eingeladen. Rund 4000 Menschen, die ehrenamtlich engagiert sind, haben eine persönliche Einladung bekommen.

Bei der Eröffnung des Festes sagte Gauck, dass er sich bedanken wollen "für die unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die Sie unserem Land schenken." Gauck dankte den Gästen "für Ihre Entschlossenheit und Ihre Ausdauer, für Ihre Fantasie und Ihr Einfühlungsvermögen, für Ihre Talente und Fähigkeiten, die Sie in Ihre freiwilligen Aufgaben einbringen."

Zu den geladenen Gästen gehören auch zwei Berliner, Gernot Halbleib und Raúl Aguayo-Krauthausen. Beide sind seit Jahren ehrenamtlich tätig. Gernot Halbleib hat mit Schuelerpaten-Deutschland.de ein Netzwerk aufgebaut, dass vor allem Kindern und Jugendlichen aus arabischen Familien die Möglichkeit geben will, durch individuelle Nachhilfe ihre Bildungschancen zu verbessern.

Raúl Aguayo-Krauthausen hat mit wheelmap.org ein Internetportal für Menschen mit Behinderung eingerichtet. Rollstuhlfahrer auf der ganzen Welt können sich dort darüber informieren, ob bestimmte Orte barrierefrei sind.

250 Patenschaften zwischen Studenten und arabischen Schülern vermittelt

Gernot Halbleib freut sich über die Einladung zum Bürgerfest. "Für mich ist das eine große Auszeichnung", sagt er. Der Jurist, der inzwischen in Berlin als Unternehmer tätig ist, konnte in der Hauptstadt bereits 250 Patenschaften zwischen Studenten und arabischen Schülern vermitteln. Einmal in der Woche kommen die Paten zu den Schülern nach Hause, um ihnen Nachhilfeunterricht zu geben.

Bei diesen Treffen können die Schüler aber auch um Rat fragen, wenn sie andere schulische Probleme haben. "Uns ist es wichtig, dass darüber hinaus auch die Eltern und Geschwister der Schüler den jeweiligen Paten kennen lernen", sagt Halbleib. So käme ein kultureller Austausch zustande, von dem alle profitieren. Auch in anderen Städten wie in Hamburg oder Frankfurt am Main gibt es bereits solche Patenschaften. Halbleib will das Netzwerk nun auf weitere Städte ausweiten.

Ehrenamtlich für die Rechte behinderter Menschen unterwegs

Auch Raúl Aguayo-Krauthausen ist stolz darüber, beim Bürgerfest dabei sein zu dürfen. "Das ist eine große Ehre führ mich", sagt er. Der 34 Jahre alte Berliner ist selbst auf den Rollstuhl angewiesen. Vor vier Jahren hat er damit begonnen, ehrenamtlich für die Rechte behinderter Menschen zu arbeiten.

"Mein Projekt lebt vor allem davon, dass Menschen in aller Welt behindertengerechte Orte auf der Online-Karte eintragen", sagt er. Egal ob es sich um Arztpraxen, Cafés, Theater, Kinos oder Kneipen handle. Sein Ziel sei es, alle diese öffentlichen Orte überall auf der Welt auf der Karte abzubilden.

Am Sonnabend wird Bundespräsident Gauck die Tore von Schloss Bellevue von 11 bis 19 Uhr für alle Berliner öffnen. Interessierte haben dann Gelegenheit, sich über die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in Deutschland zu informieren.

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