Virus

Ebola-Verdachtsfall in Berliner Arbeitsamt

In einem Arbeitsamt an der Storkower Straße in Prenzlauer Berg gibt es einen Verdachtsfall auf Ebola. Das Job-Center wird von der Polizei abgesperrt. Eine 30-Jährige war zuvor zusammengebrochen.

In einem Arbeitsamt an der Storkower Straße 133 in Prenzlauer Berg gibt es einen Verdachtsfall auf Ebola. Das bestätigte die Polizei der Berliner Morgenpost. Das Job-Center wurde von der Polizei großräumig abgesperrt.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich um eine deutsche Frau, die sich erst kürzlich in Westafrika aufgehalten hatte. Sie hatte am Dienstag einen Kreislaufzusammenbruch in dem Job-Center erlitten.

Die Frau wurde erst in einem Notarztwagen isoliert. Sie wurde dann unter Begleitung von Polizeifahrzeugen zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums der Berliner Charité gebracht.

20 Feuerwehrleute und Notärzte sind vor Ort, hinzu kommen 40 Bereitschaftspolizisten.

Feuerwehr bestätigt Infektionskrankheit

Auch ein Sprecher der Berliner Feuerwehr bestätigte, dass es den Verdacht einer Infektionskrankheit gebe. Das Alarmierungsstichwort für die Einsatzkräfte lautete "Ebola".

Die Frau klagte laut Feuerwehr über Übelkeit und Fieber. Ein Amtsarzt wurde hinzugezogen. Alle Kontaktpersonen der Patientin werden zur Zeit ermittelt, um möglichen Ansteckungen vorzubeugen.

Ebola kann nur über einen Bluttest nachgewiesen werden. Die ersten Anzeichen für die Infektionskrankheit sind mit Fieber und Kreislaufproblemen allerdings ähnlich wie bei einer Grippe oder Tropenkrankheiten wie Malaria.

Dauer der Absperrungen zunächst unklar

Der Zwischenfall ereignete sich in der zweiten Etage des Job-Centers. Die dort Anwesenden müssen bis zur Klärung der Krankheit dort bleiben. Personen, die sich am Dienstag in den Erdgeschossen befanden, verließen am Mittag das Gebäude.

Das Ebola-Virus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Westafrika weiterhin auf dem Vormarsch. Allein in den drei Tagen vom 14. bis einschließlich 16. August starben 84 weitere Menschen an dem tödlichen Erreger, zudem wurden 113 neue Infektionsfälle gemeldet, wie die WHO am Dienstag im schweizerischen Genf mitteilte.

Nach WHO-Zählung stiegt die Zahl der Opfer in Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria auf insgesamt 1229 Tote und 2240 Infizierte.

Eine Einschleppung nach Europa gilt aber als eher unwahrscheinlich. In Deutschland haben sich bisher alle Verdachtsfälle nicht bestätigt. Der Seuchenschutz ist in Deutschland mit Notfallplänen und Isolierstationen weit besser organisiert als in Westafrika.

Sonderisolierstation am Campus Virchow

Am Campus Virchow des Universitätsklinikums Charité gibt es seit 2010 eine Sonderisolierstation für Patienten mit lebensgefährlichen und hoch ansteckenden Krankheiten. Mit 20 Betten ist sie die größte Sonderisolierstation Deutschlands. Im Quarantänebereich wurden ein Labor und ein Operationssaal eingerichtet.

Die Abschottung nach außen entspreche höchsten technischen Ansprüchen: "Vier Unterdruckstufen verhindern, dass verunreinigte Luft gegen den Luftstrom in Bereiche gelangt, wo sich Personal ungeschützt aufhält", erläuterte Frank Bergmann, Ärztlicher Leiter der Station.

Spätestens zwei Stunden nach einem gemeldeten Infektionsfall sei die Sonderisolierstation hundertprozentig einsatzfähig.

Foto: Steffen Pletl

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