Übernachtungen

Berlin wächst beim Tourismus stärker als Paris und London

Berlin liegt zwar nach absoluten Übernachtungszahlen weiter auf Platz drei. Doch keine andere Stadt Europas legte so stark zu. In den letzten fünf Jahren hat sich der Berlin-Tourismus fast verdoppelt.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin ist die Boomtown im europäischen Städtetourismus: An keinem anderen Reiseziel wächst die Zahl der Gäste ähnlich schnell wie in der deutschen Hauptstadt. 2013 nahm die Zahl der Übernachtungen um 8,2 Prozent zu, fast 27 Millionen Mal schliefen zahlende Besucher in den offiziellen Beherbergungsbetrieben der Stadt. Das entspricht einem Plus von zwei Millionen Übernachtungen im Vergleich zum Jahr 2012.

Damit entwickelt sich Berlin laut einer Analyse des Stadtmarketing-Netzwerks European Cities Marketing deutlich dynamischer als jede andere Destination in der Spitzengruppe der 115 untersuchten europäischen Städte. Das nächstbeste Wachstum registrieren unter den Top-Ten-Orten Rom mit plus 5,2 Prozent und Istanbul mit plus 4,8 Prozent. Auch München konnte seine Übernachtungszahlen deutlich um 4,3 Prozent steigern.

Nach absoluten Zahlen rangiert Berlin weiter auf Platz drei – hinter Spitzenreiter London mit fast 54 Millionen Übernachtungen und Paris mit 36,7 Millionen. Rom und Barcelona folgen mit 24 beziehungsweise 16,5 Millionen. Während die britische Metropole mit 3,3 Prozent angesichts ihrer Ausgangsbasis auch in absoluten Zahlen wieder zulegen konnte, schwächelt die französische Hauptstadt mit einem Minus von 0,6 Prozent. Um an Paris vorbeizuziehen, müsste Berlin noch fünf Jahre so weiter wachsen wie zuletzt – und Paris müsste stagnieren.

In den letzten fünf Jahren fast verdoppelt

Die Tourismuswerber von "Visit Berlin" verwiesen darauf, dass sich der Berlin-Tourismus in den letzten fünf Jahren mit einem Wachstum von knapp 43 Prozent fast verdoppelt hat. "Visit Berlin"-Chef Burkhard Kieker hält die Anziehungskraft Berlins für ungebrochen. "Berlin ist die Stadt der Freiheit, der Toleranz und ein authentischer Ort der Geschichte, verbunden mit einem Magnetismus für junge kreative Köpfe aus aller Welt", sagt Kieker. "Dazu ist es die einzige Weltstadt, die nicht die Welt kostet. Die Mischung aus all diesem ist das Rezept für den Erfolg unserer Stadt."

Die Entwicklung setzt sich im laufenden Jahr fort, wenn auch etwas abgeschwächt. Inklusive Mai stieg die Zahl der Übernachtungen in diesem Jahr um 5,8 Prozent auf 10,5 Millionen. Vor allem ausländische Besucher sind es, die in Berlins Hotels und Pensionen einchecken. Sie blieben 2014 im Durchschnitt 2,7 Nächte in der Stadt, die deutschen Gäste nur 2,2 Nächte. Besonders lange hielten sich Israelis, Brasilianer und Spanier in der Stadt auf.

Unter den wichtigsten Besucher-Nationen ist das Interesse an Berlin in den USA stark gewachsen (plus 7,9 Prozent bei den Übernachtungen), Italiener, Schweden und Spanier legten sogar zweistellig zu. Noch höhere Zuwachsraten gibt es bei Russen und Polen, deren Übernachtungen jeweils fast um ein Viertel gewachsen sind. Die Berliner Hotellerie profitiert von dem Boom. 807 Betriebe mit mehr als zehn Betten zählen die Statistiker aktuell (plus 2,8 Prozent), mit 135.400 Betten (plus 4,9 Prozent). Trotz der Ausweitung des Angebots waren die Hotels besser belegt als im Vorjahreszeitraum. Die Auslastung stieg von 62,4 auf 63,6 Prozent.

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