16.04.10

Königs Wusterhausen

Kita-Mitarbeiter unter Kinderporno-Verdacht

Ein Mitarbeiter der Kindertagesstätte Arche Noah in Königs Wusterhausen steht unter dem Verdacht des Besitzes von kinderpornografischem Material. Das teilte der Kita-Träger, der Evangelische Kirchenkreis Neukölln, am Freitagabend mit. Gegen den 29-Jährigen sei ein Hausverbot ausgesprochen worden.

Ein Mitarbeiter der evangelischen Kindertagesstätte "Arche Noah" in Königs Wusterhausen soll auf seinem privaten Computer kinderpornografisches Material gespeichert haben. Gegen den Mann sei nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Kündigungsverfahren eingeleitet worden, teilte der Evangelische Kirchenkreis Neukölln und Zossen-Fläming am Freitagabend mit. Der Leiter der Kita sei am Mittwoch bei einer Vernehmung als Zeuge über die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den Mitarbeiter informiert worden.

Der Leiter habe sofort ein Hausverbot ausgesprochen und die Schlüssel für die Kita eingezogen. Der Kirchenkreis habe als Träger der Kita das Kündigungsverfahren eingeleitet. Außerdem seien zuständige Stellen sowie Erzieher und Eltern informiert worden.

Der Mitarbeiter hat den Angaben zufolge vom 14. Mai bis 6. Juli 2007 und vom 3. März bis 9. Mai 2008 zwei Praktika in der Kita absolviert. Seit 1. September 2008 war er im Rahmen einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Erzieher in der Kita beschäftigt.

Ihm seien im Rahmen der Ermittlungen gefundene Fotos gezeigt worden, die der Erzieher in der Kindertagesstätte gemacht und auf seinem Computer gespeichert habe, sagte der Geschäftsführer der Kindertageseinrichtungen der Evangelischen Kirchenkreise Neukölln und Zossen-Fläming, Olaf Petzold. "Darunter waren zwei Fotos, die man so nicht fotografiert", erklärte er. Wie Petzold vor Journalisten bestätigte, habe der Verdächtige eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher absolviert. Als Jugendlicher sei er mehrfach durch Straftaten aufgefallen. Aufgrund einer Empfehlung des örtlichen Pfarrers habe er zunächst mehrere Praktika in der Kita absolvieren und dann mit der Ausbildung beginnen können. "Als Christen und Kirche waren wir der Ansicht, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient habe", sagte Petzold. Allerdings habe sich die Kirche damals kein Führungszeugnis des Betreffenden vorlegen lassen. "Da haben wir möglicherweise einen Fehler gemacht."

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, ist über den Fall entsetzt. Zugleich attestierte er den Verantwortlichen der Kindertagesstätte aber auch, "ganz genau nach den Richtlinien unserer Kirche gehandelt" zu haben. Die Kita-Leitung habe mit dem sofortigen Hausverbot und der Einleitung einer Kündigung "sofort und stringent" gehandelt, betonte Dröge am Rande der Landessynode der EKBO, die am Samstag in Berlin zu Ende ging. "So sehr ich über die Sache an sich entsetzt bin, so muss ich auch sagen", so der Bischof, "dass die Verantwortlichen sehr gut mit der Sache umgegangen sind." Bisher sind in der EKBO nur zwei Missbrauchsfälle aus den 199er Jahren bekannt. Die damals schuldigen beiden Pfarrer wurden umgehend ihrer Ämter enthoben.

Quelle: ddp/KNA/sei
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