Wo die Feinstaub-Belastung in Berlin am höchsten ist

Feinstaub-Monitor

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Diese elf Stationen messen den Feinstaub in Berlin

Berlin zählt zu den deutschen Städten, in denen die höchsten Feinstaub-Konzentrationen gemessen werden. 2016 wurde der von der EU vorgegebene Jahres-Grenzwert in der Hauptstadt überschritten.

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Täglich messen elf Stationen (siehe Karte) die Feinstaub-Belastung in Berlin. Laut einer Richtlinie der Europäischen Union darf dabei der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

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Tageshöchstwert
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Tagestiefstwert
Zahlen vom in Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³). 50 µg/m³ darf pro Station im Jahr nicht mehr als 35 Tage überschritten werden.

In diesem Jahr zählt die Station bereits . Seit 2008 gab es in Berlin insgesamt vorzeitige Überschreitung des Jahres-Grenzwertes. Die früheste war am an der Station ( Tage vor Jahresende). Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sieht darin ein Problem.

Die hohe Feinstaub-Belastung zwischen Februar und März 2014 erklärt die Senatsumweltbehörde mit einer "lang anhaltenden Hochdruckwetterlage" während der "mit einer östlichen Luftströmung erhöhte Feinstaubwerte über die deutsch-polnische Grenze nach Berlin" transportiert wurden. Auch seien die Emissionen von Hausheizungen, vor allem mit Holz, "von erheblicher Bedeutung" für die hohen Feinstaubwerte.

Höchste Tages-Werte
Häufigste Jahres-Überschreitungen

Auffällig an der linken Tabelle ist die extrem hohe Feinstaubbelastung an Neujahr. Dies liegt laut der Senatsumweltbehörde vor allem am Silvesterfeuerwerk. In der Tabelle auf der rechten Seite fällt vor allem auf, dass die EU-Grenzwerte 2009 an der Station Mariendorfer Damm 73-mal, also mehr als doppelt so häufig wie von der EU vorgegeben, überschritten wurden. Die Senatsbehörde begründet den hohen Wert mit einer Baustelle, "in unmittelbarer Nähe der Messstation bis Ende Juli 2009". Baumaschinen benötigen im Gegensatz zu Autos keine Feinstaubplakette. Diese könnten "punktuelle Belastungen verursachen, die zu Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte beitragen", räumt die Bundesregierung nach einer Anfrage der Grünen ein.

Was Feinstaub genau ist
Messstation an der Silbersteinstraße
Foto: Justin Peach, dpa

Öfen, Motoren, Landwirtschaft, Industrie – Feinstaub wird in erster Linie durch den Menschen erzeugt. In Ballungsgebieten ist die Quelle der winzigen, in der Luft schwebenden und gesundheitsschädlichen Teilchen vor allem der Straßenverkehr. Zu den Feinstaubpartikeln, die Motoren produzieren, kommen der Abrieb von Bremsen und Reifen sowie der von der Straßenoberfläche aufgewirbelte Staub. Es gibt aber auch natürliche Quellen: Dazu gehören Emissionen aus Vulkanen und Meeren, Waldbrände und die Bodenerosion.


Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge treten bei einer hohen Konzentration von Feinstaub verstärkt Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen auf – wie zum Beispiel Lungenkrebs. Denn kleinste Teilchen können beim Einatmen bis in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf gelangen und sich so im ganzen Körper verteilen.


Zum Schutz der Gesundheit gilt in Deutschland seit 2005 die Feinstaub-Richtlinie der Europäischen Union. Die Weltgesundheitsorganisation rät jedoch, die gültigen Grenzwerte zu verschärfen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehen allein in Deutschland im Durchschnitt rund 47.000 Todesfälle jährlich auf die Belastung mit Feinstaub zurück.

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Dieser Artikel schreibt sich in gewissen Teilen selbst auf Basis von Daten, die täglich automatisch eingelesen werden. Die Feinstaub-Werte sind jeweils vom Vortag und stammen von der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Berücksichtigt werden Feinstaub-Daten seit 1. Januar 2008.


Es handelt sich um PM10-Werte, also Teilchen, die kleiner als zehn Mikrogramm sind. Alle Zahlen sind Tagesmittelwerte. Diese sind bei Veröffentlichung am Folgetag "vorläufig offiziell", stehen aber unter Vorbehalt, bis alle Qualitätsstufen durchlaufen wurden. An manchen Tagen werden keine Messwerte angezeigt. Die Gründe dafür sind laut der Senatsbehörde etwa "ausgefallene Datenverbindungen, defekte Hardware in den Messstationen, defekte Messgeräte, Stromausfall und defekte Klimaanlagen".


Eine genauere Lokalisierung der Feinstaub-Konzentration, auf Adressebene etwa, ist nicht möglich, da die Messungen auf die elf in Berlin verteilten Stationen des Berliner Luftgütemessnetzes (BLUME) begrenzt ist. Die Stationen wurden laut der Senatsbehörde aufgrund EU-weiter Vorschriften in der Stadt verteilt. Gemessen wird einerseits „wo die mutmaßlich höchste Belastung auftritt und sich Menschen nicht nur vorübergehend aufhalten“. Fünf von elf Stationen messen daher an Hauptverkehrsstraßen. Um die „Schadstoffexposition der Bevölkerung allgemein repräsentativ“ zu erfassen, messen drei Stationen in Wohngebieten der Innenstadt. Weitere drei Stationen messen laut der Behörde fernab des Stadtgebiets, um die Feinstaub-Konzentration fernab jeglicher externer Schadstoffquellen auswerten zu können.


Geplant ist, die Funktionalität des Feinstaub-Monitors kontinuierlich zu erweitern. Für Anregungen oder Kritik freuen wir uns über E-Mails.


Von Julius Tröger, Moritz Klack, André Pätzold. Mitarbeit: Christian Schlippes, Manuel Mascato
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.
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