Das Ende von Quelle ist besiegelt. So einfach, so hoffnungslos ist die Lage. Wenn heute im Kreuzberger Callcenter in Berlin 600 Mitarbeiter die trostlosen Nachrichten bei einer Betriebsversammlung diskutieren, sind es schon 600 weniger als ursprünglich. In einem Unternehmen, das die Zeit verschlafen hat, haben sie Jahre des Frusts hinter sich.
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Nach 82 Jahren wird Quelle abgewickelt. Gustav Schickedanz hatte das Versandhaus 1927 gegründet. Er war in der NSDAP und bekam nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 zunächst Berufsverbot. Seine Frau Grete betrieb das Geschäft weiter. Bald machte Quelle wieder Millionen. Hier ist Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard zu Besuch in der Packerei zu sehen.
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Gustav Schickedanz stirbt 1977. Dessen Witwe Grete zeigt dem damaligen Postminister Kurt Gscheidle (M.) und dem neuen Vorstandschef Hans Dedi (mit Gustavs Tochter Louise verheiratet ) das Versandzentrum der Quelle in Erlangen.
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Quelle schickte zu besten Zeiten 20 Millionen Kataloge in bundesdeutsche Haushalte. Das Versandhaus verkauft von Unterwäsche bis zum Fertighaus - siehe das Foto von 1962 - alle möglichen Konsumgüter.
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Die Dynastie: Das Anwesen der Familie Schickedanz im bayerischen Fürth-Dambach, Gustav Schickedanz ist mit Kindern und Enkeln unterwegs im eigenen Park.
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Grete Schickedanz mischt im Geschäft mit: Zusammen mit dem gefeierten Modedesigner Heinz Oestergaard sucht sie Stoffe für eine Quelle-Kollektion aus.
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An der Stadtgrenze von Nürnberg entsteht in den 60er-Jahren die Zentrale von Quelle, ein riesiger Betonkomplex.
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In den 1980er-Jahren lässt das Versandhausgeschäft bei Quelle und Co. nach. Der Fall der Mauer und der Beitritt der ostdeutschen Länder 1990 lösen noch einmal einen Boom aus. Fast eine Milliarde investiert Quelle in ein neues Versandzentrum in Leipzig.
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Die Rettung erblicken die Gesellschafter von Quelle in der Fusion mit den Karstadt-Warenhäusern. Die Vorstandschefs von Karstadt, Walter Deuss (r.) und der Quelle AG, Willi Harrer, machen den Deal 1999 klar.
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Karstadt-Quelle setzt auf Prominenz, das Top-Model Claudia Schiffer ist das Gesicht des Katalogs von 2003. Nur ein Jahr später soll der frühere Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff den Konzern umbauen. Er findet einen neuen Namen - Arcandor - und trotz Kapitalerhöhung keinen Ausweg aus den finanziellen Sorgen...
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Middelhoff ist Geschichte, Arcandor pleite: Im Mai 2009 gehen noch Tausende Mitarbeiter auf die Straße und demonstrieren für den Erhalt ihrer Jobs und für Staatshilfe.
Der Betriebsrat, der bei Quelle sieben Euro pro Stunde verdient, möchte seine
richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen. Zu wütend hat ihn das gemacht,
was er in den vergangenen Jahren im Callcenter an der Kreuzberger
Zeughofstraße erlebt hat. Manager, die in kurzen Zeitabständen immer neue
Ideen verkauften und...