13.10.09

Berliner Nahverkehr

S-Bahn hat neue Probleme mit den Bremsen

Bei Sicherheitsprüfungen stellten Kontrolleure fest: Die Bremszylinder der S-Bahnen verschleißen zu schnell. Sie müssen nun so schnell wie möglich ausgetauscht werden. Dennoch sollen ab Montag wieder Züge auf allen Linien fahren.

Von Thomas Fülling

Bei der Berliner S-Bahn sind neue Probleme mit den Zugbremsen aufgetaucht. Wie ein Bahn-Sprecher am Dienstag bestätigte, wurde bei Überprüfungen festgestellt, dass die für das Abbremsen eines Zuges wichtigen Bremszylinder schneller verschleißen als bislang angenommen. Nach Rücksprache mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat sich das Unternehmen daraufhin verpflichtet, Bremszylinder sicherheitshalber bereits nach einer Laufleistung von 1,1 Millionen Kilometern und nicht erst nach 1,25 Millionen Kilometern zu wechseln. Dies, so der Bahn-Sprecher, soll "schnellstmöglich" erfolgen. Ab 1. Januar 2010 muss die Vorgabe zwingend eingehalten werden.

Da es in diesem Fall nicht um den Komplettausfall der Bremsen gehe, muss die S-Bahn nicht – wie in Vergangenheit geschehen – alle betroffenen Züge auf einen Schlag aus dem Verkehr ziehen. Dem Vernehmen geht es um 50 Zwei-Wagen-Einheiten. "Das ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit", sagte dazu EBA-Sprecher Ralph Fischer. Die Bremszylinder stünden unter besonderer Beobachtung, ihr Zustand werde alle sieben Tage genau untersucht. Werde das Versagen der Bremsanlage befürchtet, müsste die Teile sofort ausgetauscht werden.

Züge auf allen Strecken

Ungeachtet der neuen Technikprobleme hat die S-Bahn einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Normalität angekündigt. Von Montag an will die Bahn-Tochter wieder alle Strecken bedienen. Damit erhalten auch Spandau, Wartenberg und Strausberg Nord ihren gewohnten Anschluss an das S-Bahn-Netz. Allerdings wird der Platz für die Fahrgäste weiter knapp sein, denn fast alle Züge fahren mit weniger Waggons. Denn noch immer stehen dem Unternehmen aufgrund von Wartungsmängeln nicht ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung. Ab 19. Oktober sollen nun 340 der insgesamt 632 Zwei-Wagen-Einheiten wieder einsatzbereit sein. Für den Normalbetrieb werden indes 550 sogenannte Viertelzüge benötigt.

Mit der Rückkehr zum Zugverkehr auf allen Strecken will die S-Bahn offenbar auch weitere Zahlungsabzüge durch den Berliner Senat vermeiden. Denn der Verkehrsvertrag sieht vor, dass nur Fahrten bezahlt werden, die auch ausgeführt wurden. Wegen nicht erbrachter Leistungen im September will die Senatsverkehrsverwaltung im Oktober sechs Millionen Euro weniger an die S-Bahn überwiesen. Zuvor hatte sie bereits die Zahlung für Juli um sieben Millionen Euro und für August um 15 Millionen Euro gekürzt. Normalerweise bekommt die S-Bahn monatlich etwa 20 Millionen Euro aus der Landeskasse überwiesen.

Die Kürzungen schmerzen das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn doppelt, da sie gleichzeitig erhebliche Mehraufwendungen für die Organisation des Ersatz- und Ergänzungsverkehrs hat. Allein die Berliner Verkehrsbetriebe stellten der S-Bahn 800.000 Euro für zusätzlich eingesetzte U-Bahnen und Busse in Rechnung. Zudem kommen auf das Unternehmen Millionenbeträge zur Bezahlung der Fahrgastentschädigungen zu. Insgesamt rechnet das Unternehmen für dieses Jahr mit Mehrbelastungen in Höhe von 75 Millionen Euro.

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