27.02.13

Diebstahl

Kabeldiebe legen S-Bahn schon wieder lahm

Die Täter stahlen an zwei Orten Leitungen. Erst 24 Stunden zuvor mussten Fahrgäste aus denselben Gründen auf andere Linien ausweichen.

Von Andreas Gandzior und Markus Falkner
Foto: Steffen Pletl
Die S9 musste zwischen Pankow und Treptower Park unterbrochen werden
Die S9 musste zwischen Pankow und Treptower Park unterbrochen werden

Die Fahrgäste der S-Bahn im Norden Berlins haben am Mittwochmorgen ein ärgerliches Déjà-vu erlebt. Wieder hatten Kabeldiebe zugeschlagen, wieder war die Linie S9 deshalb unterbrochen, fuhren andere Linien teilweise nur verspätet. Warten, Frieren, Ärgern – genau wie exakt 24 Stunden zuvor. Erneut hatten die Täter an zwei Orten gleichzeitig Leitungen gestohlen: dieses Mal in der Nähe des Karower Kreuzes und nahe dem Bahnhof Pankow.

Zwischen den S-Bahnhöfen Blankenburg und Karow sowie den Stationen Bornholmer Straße und Pankow fielen Signale aus. Die S9 musste deshalb zwischen Pankow und Treptower Park unterbrochen werden. Fahrgäste mussten auf andere Linien ausweichen. Erst gegen 10.30 Uhr waren die Störungen behoben. Ein Bahnsprecher sprach von einer "besonders dreisten Tat", denn einer der beiden Diebstähle ereignete sich in unmittelbarer Nähe zu den Tatorten in der Nacht zuvor.

In der Nacht zu Mittwoch wurde die Bundespolizei gegen 2.30 Uhr alarmiert. "Wir haben sofort die Fahndung mit einem Hubschrauber und mehreren Streifen aufgenommen", sagte Sprecher Thorsten Peters. "Sie konnten aber noch nicht ermittelt werden." An einem Tatort mussten die Beamten zudem ein Feuer löschen. "Die Täter machen häufig ein Feuer, um die Isolierung der Kabel abzubrennen", sagte Peters.

"Dadurch müssen sie weniger Gewicht transportieren." Im jüngsten Fall erbeuteten die Diebe 50 Meter Kupferkabel mit einem Gewicht von rund 60 Kilogramm. Die Beamten konnten Bolzenschneider und Notizen sicherstellen. Ob es sich um die selben Täter wie in der Nacht zuvor handelte, ist unklar.

Großbaustelle in Schöneweide

Während Übeltäter zuletzt häufig die Infrastruktur der S-Bahn zerstörten, wird andernorts kräftig neu gebaut. In den kommenden fünf Jahren verwandelt sich der S-Bahnhof Schöneweide in eine Großbaustelle. Mit der letzten Etappe beendet die Bahn den seit 2006 laufenden Ausbau der sogenannten Görlitzer Bahn zwischen Treptow und Königs Wusterhausen.

260 Millionen Euro wurden bereits verbaut, unter anderem für die Erneuerung der Stationen Baumschulenweg und Adlershof, für 70 Kilometer neue Gleise und zahllose technische Anlagen. Die Hälfte der verbleibenden 90 Millionen Euro ist für den Bahnhof Schöneweide vorgesehen. Die Arbeiten beginnen im März mit den Vorbereitungen für den Abriss und Neubau der Bahnbrücken über den Sterndamm.

Spätestens im Mai werden das die Fahrgäste der S-Bahn zu spüren bekommen. Dann werden die die Bahnsteigzugänge am Sterndamm gesperrt. Zum Zug geht es dann nur noch durch einen Personentunnel, der dafür eigens bis zur Straßenbahn-Wendeschleife auf der Südseite der Bahntrasse verlängert wird.

Einschränkungen durch Bauarbeiten

Eng wird es aber vor allem für den Straßenbahn- und Autoverkehr. Weil die Bahn die seitlichen Bereiche des Sterndamms als Baustraßen nutzen will, müssen Individualverkehr und Züge Platz machen. Die Tram fährt ab Juni nur noch auf einem Gleis. Für Autos gibt es vorerst noch zwei Spuren. Von Juni bis September wird der Sterndamm dann aber zur Einbahnstraße in Richtung Norden. Fahrzeuge, die aus Richtung Schnellerstraße kommen, müssen dann Umleitungsstrecken nutzen, wie Projektleiter Gerald Springer am Mittwoch bestätigte.

Einschränkungen drohen durch die Bauarbeiten auch bei der S-Bahn. Der Verkehr soll zwar weitgehend planmäßig auf jeweils drei von vier Gleisen rollen, doch an mehreren Wochenenden seien Vollsperrungen für den Einbau der neuen Brücken nötig, sagte Springer.

Erst wenn die Brücken fertig sind, beginnt der Umbau des Bahnhofs. Von 2016 bis 2018 sollen die Bahnsteige erneuert, Aufzüge und Rolltreppen eingebaut, ein Verbindungsbau zwischen altem Empfangsgebäude und Fußgängertunnel neu errichtet werden. Und auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden dann am S-Bahnhof bauen: einen Tunnel durch den Bahndamm. Ab 2018 sollen die Straßenbahnen von Norden durch ihn direkt und nicht mehr auf dem Umweg über den Sterndamm zur Wendeschleife fahren.

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