20.02.13

Rekord

Beim Tourismus wächst Berlin weltweit am stärksten

Der Boom hält an. So verbuchten Hotels 25 Millionen Übernachtungen 2012. Starken Zuwachs gab es aus Russland und Schweden.

Von Jens Anker
Foto: dpa

Berlin lockt die Touristen sogar bei Kälte
Berlin lockt die Touristen sogar bei Kälte

Berlin ist bei Touristen beliebt wie nie. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Hotels mit 24,9 Millionen Übernachtungen einen neuen Besucherrekord. Das entspricht einem Anstieg um 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Berlin ist damit die touristisch am stärksten wachsende Metropole weltweit.

"Berlin schreibt gerade eine starke Comeback-Story als Weltstadt", sagte Burkhard Kieker, der Chef der Tourismusagentur VisitBerlin bei der Vorstellung der neuen Zahlen. In zehn Jahren haben sich die Übernachtungen demnach mehr als verdoppelt. Und ein Ende des Booms ist nach Angaben Kiekers nicht in Sicht, allerdings werde der Touristenstrom nicht in jedem Jahr derart stark zunehmen, prognostizierte der Berliner Tourismuschef.

Verantwortlich für den anhaltenden Zuspruch der Touristen ist nach Angaben Kiekers das Lebensgefühl in der Stadt und die vielen geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten. "Berlin hat sich in den vergangenen 20 Jahren komplett neu erfunden", sagte Kieker.

Stärkster Zuwachs bei Russen und Schweden

Außerdem lockten zahlreiche Veranstaltungen Besucher aus aller Welt an. Mit der Fashion Week und der Berlinale Anfang des Jahres würden zudem Highlights in touristisch eher schwachen Monaten für eine hohe Bettenauslastung sorgen.

Mit 6,7 Millionen Gästen kamen die meisten Besucher aus dem Inland, die meisten davon aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Vier Millionen Gäste kamen aus dem Ausland, darunter vor allem Briten (400.000), US-Amerikaner (313.000), Italien (295.000) sowie Frankreich und Spanien (jeweils 230.000). Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Tourismusbranche bei Russen (plus 30 Prozent) und Schweden (plus 22).

Ein Viertel der Übernachtungen entfällt inzwischen auf Kongressbesucher. "Der Tourismus und das Kongressgeschäft haben sich als Motor bewiesen, der Berlin bewegt", sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU). Die Kongressbesucher sorgten demnach für knapp zwei Milliarden Umsatz in der Stadt und sicherten dadurch 27.500 Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie.

Neun von zehn Berlinern akzeptieren Tourismus

Die anhaltenden Diskussionen um das sanierungsbedürftige ICC spielen nach Angaben Kiekers für die Nachfrage nach großen Messen keine Rolle. "Wichtig ist, dass Berlin jederzeit in der Lage ist, einen Kongress mit mehr als 2000 Teilnehmern durchzuführen", sagte Kieker. Mit dem im kommenden Jahr fertig gebauten City Cube auf dem Geländer der ehemaligen Deutschlandhalle stehe ein Ersatz für das ICC zur Verfügung.

Wichtig sei es, dafür zu sorgen, dass die Berliner den Tourismus weiter akzeptierten. Das sei derzeit noch bei neun von zehn Berlinern der Fall. Die Zahl von 15.000 Ferienwohnungen sei allerdings zu hoch. "Es ist gut, dass der Senat die Handbremse zieht." Das im Sommer 2012 angekündigte Gesetz dazu lässt jedoch auf sich warten, die Abstimmung in der Koalition läuft noch.

City Tax wird von der Finanzverwaltung überarbeitet

Der Senat kämpft unterdessen gegen die Auswüchse des Touristen-Ansturms. Er will die Zahl der Ferienwohnungen eindämmen. Und er will Besucher mit einer Bettensteuer für Berlins Attraktivität mitbezahlen lassen.

Die Finanzverwaltung werde dem Senat in den nächsten zwei bis drei Wochen einen neuen Gesetzentwurf für die sogenannte City Tax vorlegen, sagte Wirtschaftssenatorin Yzer. Künftig sollen alle Touristen eine sogenannte Bettensteuer zahlen, die zum Ausbau der touristischen Infrastruktur genutzt werden soll. Dienstreisende sollen von der Steuer ausgenommen sein.

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