20.02.13

Bello-Dialog

Berlin führt keinen generellen Leinenzwang für Hunde ein

Wer einen Hundeführerschein macht, muss sein Tier künftig nicht an die Leine nehmen. Das ist ein Ergebnis des Bello-Dialogs.

Foto: picture alliance / dpa/dpa-Zentralbild
Hundesteuer
Ein Hund und sein Halter. Die Leine wird in Berlin nicht zur Pflicht

In Berlin wird es künftig keinen grundsätzlichen Leinenzwang für Hunde geben. Halter, die einen Hundeführerschein ablegen, müssen ihre Tiere nicht anleinen.

Das ist eines der Ergebnisse, auf die sich die Teilnehmer des sogenannten Bello-Dialoges verständigt haben. Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) hatte den Dialog im Jahr 2012 initiiert, um den seit Jahrzehnten schwelenden Streit zwischen Hundehaltern und Nicht-Hundehaltern zu schlichten.

Die von dem Gremium beschlossenen Vorschläge sollen nun in die Novelle des Berliner Hundegesetzes einfließen. Nach Angaben einer Sprecherin soll der Entwurf spätestens im November 2013 ins Parlament eingebracht werden. Das Gesetz könnte im kommenden Jahr in Kraft treten.

Zunächst müssen aber die beteiligten Behörden und Verwaltungen für die Neuerungen gewonnen werden. Laut Senatsverwaltung sind in der Hauptstadt etwa 110.000 Hunde gemeldet. Vermutet wird eine Dunkelziffer von 40.000 nicht registrierten Tieren.

Grüne: Hundeführerschein sollte für alle Pflicht werden

Derzeit müssen Hunde an die Leine, die auf der umstrittenen Rasseliste als gefährliche Tiere eingestuft sind. Künftig können sich Halter davon befreien, wenn sie den Nachweis erbringen, dass der Hund ungefährlich ist. Andererseits können Hundehalter zur Leine verpflichtet werden, wenn ihr Hund als gefährlich eingestuft wird, obwohl er nicht auf der umstrittenen Liste steht.

Die Tierexpertin der Grünen-Fraktion, Claudia Hämmerling, begrüßte den Vorschlag, mittelfristig von der Rasseliste wegzukommen. Jedoch sollte der Hundeführerschein für alle Pflicht werden. Mehr Hundeauslaufgebiete und Behälter für die tierische Hinterlassenschaft – diese Punkte müssten außerhalb eines Hundegesetzes geregelt werden, sagte Hämmerling. Die Grünen fordern ein effizientes Kontrollsystem für Hundehalter. Der bereits jetzt vorgeschriebene Chip für Hunde könne praktisch aber gar nicht überprüft werden, sagte Hämmerling.

Teilnehmer des Dialogs äußerten sich aber auch kritisch über das Verfahren und die Besetzung des Gremiums. Zwei Drittel der Teilnehmer seien Hundefreunde gewesen und hätten so die Beschlüsse einseitig zugunsten der Hundehalter beeinflusst, kritisierte Martin Goldbach.

"Zum Beispiel glaube ich nicht, dass ein Hundeführerschein in der vorgeschlagenen Form, der ja geprüften Hunden den Freilauf in Grünflächen ermöglichen soll, eine solch breite Unterstützung erfahren hätte", sagte Goldbach am Dienstag. "Außerdem bin ich überzeugt, dass das Thema Kontrollen mit Sicherheit einen höheren Stellenwert erhalten hätte, wären weniger Hundehalter in der Runde gewesen", so Goldbach, der als Anwohner nach eigenen Angaben unter den freilaufenden Hunden an der Krummen Lanke leidet.

Quelle: dpa/-ker
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