19.02.13

Bildung

Schulsenatorin verschärft Tests für begabte Kinder

Dieses Jahr haben deutlich weniger Schüler den Intelligenztest für die Schnellläuferklassen bestanden. Grund könnte der neue Test sein.

Von Regina Köhler und Florentine Anders
Foto: dpa

Der Weg in eine Schnellläufer-Klasse führt über einen Intelligenztest. Der wurde jetzt verschärft. Schon bestehen deutlich weniger Schüler die Zulassung. Für viele Schulen ist das ein Problem
Der Weg in eine Schnellläufer-Klasse führt über einen Intelligenztest. Der wurde jetzt verschärft. Schon bestehen deutlich weniger Schüler die Zulassung. Für viele Schulen ist das ein Problem

In Berlin ist die Begabtenförderung in Gefahr. Der für die Aufnahme in die so genannten Schnelllernerklassen nötige Intelligenztest, er wurde am vergangenen Sonnabend durchgeführt, ist in diesem Jahr deutlich schlechter ausgefallen als sonst. Die Schulleiter der sieben Schnelllernerschulen befürchten nun, nicht so viele Klassen für hochbegabte Schüler aufmachen zu können, wie geplant. Vorgesehen war, dass jede der Schulen zwei fünfte Klassen für Schnelllerner einrichtet. In den Schnelllernerklassen lernen besonders begabte Kinder, die schon nach der vierten Klasse an ein Gymnasium wechseln. Sie erarbeiten den normalen Unterrichtsstoff in kürzerer Zeit und erhalten dafür Zusatzangebote.

Der Test prüft die Intelligenz der Schüler

Der Modellversuch wird ab dem kommenden Schuljahr zum Regelangebot. In diesem Zuge hat die Bildungsverwaltung auch den einheitlichen Aufnahmetest verändert. Vorher bestand der Test aus zwei Teilen, einen der das logische Denkvermögen prüfte, und einen Teil, in dem eine schnelle Auffassungsgabe gefragt war. Ausreichend war, wenn das Kind mindestens einen der beiden Teile bestanden hatte. Nun sind beide Teile zusammengeführt worden und fließen beide in die Bewertung ein. Durchgeführt und ausgewertet wird der IQ-Test von den Schulpsychologen.

"Es ist nicht nachvollziehbar, warum es in diesem Jahr weniger geeignete Schüler gibt, als in den vergangenen Jahren, sagt Bernd Kokavecz, Schulleiter des Reinickendorfer Humboldt-Gymnasiums. "Wir haben 17 Jahre Erfahrung mit den Klassen für hoch begabte Kinder. So schlecht wie in diesem Jahr waren die Ergebnisse der Testung noch nie." Dabei habe die Schule bereits eine Vorauswahl getroffen. Von den 120 angemeldeten Schülern seien schließlich etwa 90 getestet worden. Nur die Hälfte hätte den Test bestanden.

In den Vorjahren bestanden noch 75 Prozent

"In den Jahren zuvor waren es immerhin 75 Prozent", sagt Kokavecz. Mit den 45 Schülern, die den Test bestanden haben, kann der Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums gerade so zwei Klassen aufmachen. "Wir werden das tun, obwohl es unökonomisch ist", sagt Kokavecz. Wenn er sich zwei kleine Klassen leiste, müsse er an anderer Stelle sparen.

Auch Michael Wüstenberg, Schulleiter des Lessing-Gymnasiums in Wedding, bestätigt, dass der IQ-Test in diesem Jahr schlechter ausgefallen ist. An seiner Schule seien 41 Kinder getestet worden, nur sieben hätten die nötigen fünf Punkte erhalten. Die Leiterin des Dathe-Gymnasiums in Friedrichshain, Helmke Schulze, wollte ebenfalls zwei Schnelllernerklassen einrichten. An ihrer Schule haben aber nur 19 Schüler den Intelligenztest bestanden. "Das ist eine knappe Klasse", sagt Helmke Schulze. Sie werde diese Klasse aufmachen, obwohl sie teurer dafür zahlen müsse. "Ich bin es den Eltern schuldig", sagt Schulze.

Die Behörden sehen die Ergebnisse im Durchschnitt

Aus der Verwaltung heißt es, dass die Testergebnisse nicht wesentlich schlechter ausgefallen seien als sonst. Sehe man von einer besonders hohen Bestehensquote im vergangenen Jahr ab, würden die Ergebnisse im Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Offizielle Zahlen gab es jedoch noch nicht.

Doch vielleicht bewegt sich noch etwas. Die Schulen müssten eigentlich am heutigen Mittwoch die Eltern informieren, ob ihre Kinder den Test bestanden haben oder nicht. Die Schulleiter haben aber den Hinweis bekommen, mit dieser Benachrichtigung noch zu warten.

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