19.02.2013, 07:15

Gesundheit Zweite Grippe-Tote – Berlinerin stirbt durch Influenza-Viren

Eine Grippeimpfung empfehlen Experten vor allem bei Vorerkrankungen und alten Menschen

Foto: Ralf Hirschberger / picture alliance / dpa

Die Zahl der Erkrankungen steigt in Berlin weiter an. Doch die Grippewelle hat ihren Höhepunkt in der Region wohl noch nicht erreicht.

In Berlin ist erneut ein Mensch an Grippe gestorben. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales handelt es sich um eine 84-jährige Frau aus Marzahn-Hellersdorf. Sie starb am 14. Februar 2013.

Laboruntersuchungen hätten inzwischen bestätigt, dass die Frau mit Influenza-Viren des aggressiven Typs A infiziert war, sagte Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung, der Berliner Morgenpost auf Anfrage. Die Seniorin ist bereits das zweite Grippeopfer dieses Jahres in Berlin. Anfang vergangener Woche war ein herzkranker Mann aus Neukölln ebenfalls an einer Virusgrippe gestorben.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin warnt weiterhin vor einer Grippewelle in Ostdeutschland. In der sechsten Kalenderwoche hatte das RKI in der Region Berlin-Brandenburg 250 Fälle einer Influenza-Erkrankung labortechnisch nachgewiesen, beinahe doppelt so viele wie am Jahresanfang.

Die Zahl der Grippe-Infektionen, aber auch anderer Atemwegserkrankungen sei noch immer sehr hoch, bestätigte RKI-Sprecher Günter Dettweiler am Montag. Genaue Zahlen konnte er nicht nennen. Die Laborergebnisse der zurückliegenden Woche seien noch nicht ausgewertet. Auch die bundesweite Arbeitsgemeinschaft Influenza hat im Osten der Republik, aber auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einen "stark erhöhten Anstieg der Influenza-Aktivitäten" festgestellt. Seit einigen Wochen sind viele Arztpraxen von Patienten überlaufen, die an Grippe oder grippeähnlichen Erkältungskrankheiten leiden.

Lage "nicht dramatisch"

Trotz der beiden Grippetoten sei die Lage in der Hauptstadt aber "nicht dramatisch", betonte Regina Kneiding von der Berliner Gesundheitsverwaltung. Zwar hat es in Berlin im vergangenen Jahr keinen Grippetoten gegeben. 2011 aber waren in der Stadt vier, 2010 sieben Menschen an Influenza A gestorben.

Mediziner zählen sowohl ältere Menschen als auch Personen mit Vorerkrankungen, zu denen die beiden Berliner Grippeopfer gehörten, zu den Risikopatienten. Ihnen kann die Virusgrippe besonders gefährlich werden, weil sie das Immunsystem sehr schwächt. Für diese gefährdeten Gruppen, zu denen auch Schwangere zählen, empfiehlt die Gesundheitsverwaltung dringend eine Grippeschutzimpfung. Ob gegen die laufende Grippeepidemie noch eine Impfung schützen würde, sei allerdings schwer einzuschätzen, sagte Kneiding. "Wir wissen noch nicht, ob wir den Höhepunkt der Grippewelle bereits erreicht haben", sagte die Sprecherin. Bis der Impfstoff seine volle Wirkung entfaltet, dauert es zwei Wochen. "Händewaschen, Händewaschen und nochmals Händewaschen", empfiehlt die Gesundheitsbehörde als wichtigste Regel. Dies gelte nicht nur für die Virusgrippe, sondern auch für andere Erkältungskrankheiten.

(hel)
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