15.02.13

Automarkt

Mercedes schreibt in Berlin "tiefschwarze" Zahlen

Für Mercedes-Benz läuft das Geschäft in Berlin gut. Der Umsatz steigt, nur der Flughafen BER bereitet dem Unternehman etwas Sorge.

2012 ist ziemlich gut gelaufen für Mercedes-Benz, zumindest für die Berliner Niederlassung. Direktor Walter Müller verkündete ein Umsatzplus von fünf Prozent, vor allem getrieben vom Pkw-Geschäft, dass die Einbußen bei schweren Lastwagen mehr als ausglich. Allein bei Personenkraftwagen stieg der Umsatz um mehr als zehn Prozent. Konkrete Zahlen konnte Müller nicht nennen, weil der Konzern nur einen Gesamtumsatz veröffentlicht.

Die Niederlassung hat allerdings bereits eine beachtliche Größe erreicht. Müller sagte, "ein Umsatzziel von mehr als einer Milliarde Euro könnte uns reizen." Allerdings sei Umsatz nicht alles, schließlich müsse die Niederlassung auch Geld verdienen. 2012 war da ein gutes Jahr: "Wir schreiben tiefschwarze Zahlen."

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 10.637 (Vorjahr 10.964) Neuwagen von Mercedes zugelassen, wie Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes zeigen. Das entspricht einem Marktanteil von 13,66 (13,9) Prozent. Müller zufolge verkaufte die Niederlassung zudem 10.318 gebrauchte Autos – die Niederlassung ist damit Deutschlands größter Gebrauchtwagenhändler. Einschließlich Transporter und Lastwagen sowie dem Kleinwagen Smart setzte Mercedes 2012 rund 28.000 Fahrzeuge ab, nach 27.000 ein Jahr zuvor. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 77.890 Neuwagen auf die Berliner Straßen, 2011 waren es 79.107.

Nachfrage höher als Angebot

Von einigen Fahrzeugen hätte die Niederlassung sogar noch mehr verkaufen können – allerdings ist die Nachfrage so hoch, dass der Konzern mit der Produktion nicht nachkommt. Etwa beim Elektrosmart, der gerade auf den markt gekommen ist und von dem bereits 60 verkauft sind. Ende 2013 sollen 100 in Berlin ausgeliefert sein. Die Nachfrage ist allerdings höher. Ähnlich sieht es bei den geländegängigen Sportwagen, den SUV, aus. Die Niederlassung verkaufte 1675 (901) Fahrzeuge. Auch hier hätte man noch mehr verkaufen können, sagte Müller, aber die Fahrzeuge seien auch weltweit gefragt – und die Produktion begrenzt.

Nur der Flughafen BER bereitet Müller etwas Sorge. Die Niederlassung baut dort für rund 22 Millionen Euro einen neuen Service-Standort und wollte von den Millionen zusätzlichen Fluggästen profitieren, die vom neuen Hauptsstadtflughafen abheben sollten. Im Endausbau sollten 100 Mitarbeiter hier arbeiten und unter anderem die Autos derjenigen warten, die vom BER aus für einige Tage verreisen und bei der Rückkehr ein das Fahrzeug wieder übernehmen.

Jetzt startet das Center im Herbst 2013 mit 50 Mitarbeitern, sollte der BER später auch eröffnet sein und es gut laufen, sind bis zu 100 Mitarbeiter geplant. Müller ist zuversichtlich, dass der neue Standort angenommen wird. "Im Umkreis von zehn Kilometern wohnen 600.000 Menschen, außerdem fliegen von Schönefeld aus ja auch jetzt schon Millionen Passagiere, von denen viele mit dem Auto kommen." Zudem ist er zuversichtlich, dass der neue Flughafen trotz der Probleme eröffnet wird.

Flughafen-Desaster und Imageschaden

Wie hoch der Schaden ist, den die Niederlassung in Berlin zu verkraften hat, konnte Müller nicht beziffern. Zum einen ist das neue Service-Center unter der Annahme geplant worden, der BER wäre eröffnet, zum anderen hat Mercedes die "größte digitale Werbeanzeige der Welt" (Müller) installieren lassen, die jetzt nicht genutzt werden kann, aber gewartet werden muss. Und bei allem Optimismus: Das Flughafen-Desaster habe international mehr Image zerstört, als BerlinPartner in zehn Jahren aufbauen könne, sagte Müller.

Die Berliner Niederlassung beschäftigte zuletzt 1455 Mitarbeiter, 35 mehr als ein Jahr zuvor. Für 2013 hofft Müller auf deutliches Wachstum, unter anderem getragen von der neuen S-Klasse.

Quelle: art
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