10.02.13

Bus und Bahn

Verkehrsverbund startet Befragung von Fahrgästen

Welche Verkehrsmittel werden in welchem Umfang genutzt? Das will der VBB ermitteln. Für die Unternehmen geht es dabei um viel Geld.

Von Thomas Fülling
Foto: dpa

In Berlin und Brandenburg sind jeden Tag rund 3,5 Millionen Fahrgäste unterwegs. Allein 2,5 Millionen nutzen dabei die Busse und Bahnen der BVG
In Berlin und Brandenburg sind jeden Tag rund 3,5 Millionen Fahrgäste unterwegs. Allein 2,5 Millionen nutzen dabei die Busse und Bahnen der BVG

Wer in den kommenden Tagen in Berlin und Brandenburg mit Bus oder Bahn unterwegs ist, muss nicht nur mit der Kontrolle seines Fahrscheins rechnen. Mitarbeiter des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) sind ab Montag unterwegs, um die Reisenden auch nach Einstiegsort und Fahrziel zu fragen. Rund 800.000 Berliner und Brandenburger sollen bis zum 16. Juni befragt werden.

Für die beteiligten Verkehrsunternehmen geht es dabei um viel Geld. Denn mithilfe der VBB-Umfrage soll ermittelt werden, welche Verkehrsmittel in welchem Umfang von den Fahrgästen genutzt werden.

Was auf den ersten Blick eine simple Sache ist, hat erhebliche Auswirkungen auf das bisherige System der Aufteilung der Fahrgelder. Insgesamt geht es um Erlöse von rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Da im Verbundgebiet unterschiedliche Verkehrsmittel mit einem einheitlichen VBB-Fahrschein genutzt werden können, muss die differenzierte Nutzung unter anderem mithilfe von Umfragen analysiert werden.

Berlin macht sich Hoffnungen

Der sogenannte Berlin-Block – also die Einnahmen, die die Verkehrsunternehmen beim Verkauf von Tickets für die Tarifzonen AB und ABC erzielen – machte zuletzt eine Gesamtsumme von 681 Millionen Euro aus. Davon gingen rund 425 Millionen Euro – also knapp zwei Drittel der Einnahmen – an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), 237 Millionen Euro an die S-Bahn und 19 Millionen Euro an die Bahntochter DB Regio.

Vor allem die hoch verschuldete BVG hofft auf eine Erhöhung ihres Einnahmeanteils. Sie verweist darauf, dass sie in der Zeit der S-Bahn-Krise erhebliche Mehrleistungen erbracht hat. Auch in den vergangenen Wochen konnte die S-Bahn nicht das vertraglich vereinbarte Angebot fahren. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage fließen allerdings erst in die Einnahmeaufteilung in den kommenden Jahren ein.

Zuletzt hatte es auch einen Streit zwischen den Unternehmen und dem VBB gegeben, weil dieser bei neuen Verkehrsverträgen Anspruch auf den gesamten Fahrgelderlös erhebt. So fährt beispielsweise die Ostdeutsche Eisenbahn, die im Dezember zwei Regionalexpress-Linien von der Deutschen Bahn übernommen hat, ihren Zugverkehr nach einem Festpreis. Die dabei erzielten Fahrgeldeinnahmen fließen komplett an den Verkehrsverbund. Für die Unternehmen erhöht sich dadurch zwar die Planungssicherheit. Kritiker bemängeln indes, dass sich damit aber auch die Anreize verringern, sich um neue Kunden zu bemühen.

Mit der Umfrage will der VBB auch Hinweise erhalten, wie das Verkehrsangebot besser an den Bedarf angepasst werden kann. So sind im Verbundgebiet jeden Tag rund 3,5 Millionen Fahrgäste unterwegs. Allein 2,5 Millionen nutzen dabei die Busse und Bahnen der BVG. Im Laufe der Erhebung werden bei allen Verkehrsunternehmen die Ein- und Aussteiger von rund 70.000 Fahrten gezählt.

Die Mitarbeiter des VBB weisen sich gegenüber den Fahrgästen aus. Sie stellen Fragen zum Fahrausweis, zum Fahrweg und zum Fahrtziel. Bei den neuen VBB-fahrCards – dem Ticket im Scheckkartenformat – werden die Informationen elektronisch ausgelesen. Die Auswertung der Daten erfolgt laut VBB anonym, sie lasse keine Rückschlüsse auf den jeweiligen Fahrgast zu.

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