07.02.2013, 08:11

Förderung Berlin will in Fernsehserien investieren


Das Berliner Hotel „Adlon“ lieferte Stoff für einen Dreiteiler im Fernsehen

Foto: ZDF / ZDF / STEPHANIE KULBACH

Von Christina Brüning

Eine Million Euro soll bis 2015 in die Produktion von Pilotfilmen fließen - und Berlin so gegen die Fernsehstädte München und Köln stärken.

Die Filmförderung des Landes Berlin will auf einen Trend aufspringen. Schon seit einigen Jahren sind allen voran US-Serien auch in Deutschland überaus erfolgreich. "Sex and the City", "Mad Men" oder aktuell besonders die Serie "Homeland" über einen Irak-Veteranen und eine psychotische CIA-Agentin haben weltweit Millionen von Fans.

"In der Filmbranche ist ein Wandel zu beobachten, qualitativ hochwertige Serien sind ein wichtiger Bereich geworden", sagte der Chef der Senatskanzlei und Aufsichtsratsvorsitzende des Medienboards Berlin-Brandenburg, Björn Böhning (SPD), am Mittwoch. "Wir wollen serielle Formate stärker fördern."

Das Land will in diesem und im kommenden Jahr zur Förderung von TV-Serienpilotfilmen 500.000 Euro zur Verfügung stellen. Pilotfilme sind jeweils die ersten Folgen einer neuen Serie. "Wir fördern den Piloten natürlich in der Hoffnung, dass auf ihn dann auch eine Serie folgt", so Böhning. Gerade der Erfolg des ZDF-Dreiteilers "Adlon" vor wenigen Wochen habe gezeigt, wie hochwertig serielle Formate auch aus Deutschland sein könnten.

Aktuell gibt Berlin jährlich 10,8 Millionen Euro für Film aus

Dass Berlin spät in den bereits seit einigen Jahren währenden Boom von Serien einsteige, wollte Böhning nicht erkennen. "Das kommt nicht zu spät, wir müssen uns dem Trend anpassen." Noch seien deutsche Produzenten zu vorsichtig mit eigenen Serien-Formaten. Das solle sich mit den finanziellen Anreizen ändern.

Nach einer Etablierungsphase bis Ende 2014 könnte das Volumen der Serien-Förderung auf eine Million Euro jährlich wachsen, heißt es in dem Förderkonzept. Für die Jahre 2014/15 stehen die Haushaltsberatungen allerdings noch bevor. Die zunächst 500.000 Euro pro Jahr sollen aus der bestehenden Filmförderung genommen werden, sagte Böhning. Aktuell gibt Berlin jährlich 10,8 Millionen Euro dafür aus.

Zusammen mit Geld aus Brandenburg und verschiedenen Fonds wurden 2012 laut Böhning rund 24 Millionen Euro für die Filmbranche in der Region ausgegeben; 269 Projekte wurden so gefördert. "Jeder investierte Euro bringt das Vierfache an Investitionen in die Region", sagte der SPD-Politiker. Damit sei die Filmbrache nicht nur wichtig für den Kulturstandort, sondern auch für die Wirtschaft. Das Fördergeld muss in der Region ausgegeben werden.

Standort Berlin gegenüber München und Köln stärken

Im Hinblick auf die Berlinale sagte Böhning, es werde auch darüber nachgedacht, bei dem Filmfestival künftig Serienformate unterzubringen. "Das wäre einzigartig", so Böhning. Die Idee soll in den kommenden Monaten diskutiert werden.

Grünen-Medienexperte Stefan Gelbhaar forderte am Mittwoch, der Senat müsse sich auch nach der Berlinale mehr um den Filmstandort kümmern. So müsse Berlin eine zentrale Anlaufstelle für Filmproduzenten bekommen, um den Standort gegenüber München und Köln zu stärken.

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