06.02.2013, 22:55

Wohnungsnot Wieder stoppt ein Bezirk neue Ferienwohnungen


Klingelschilder ohne Namen soll es an Wohnhäusern möglichst kaum noch geben

Foto: Amin Akhtar

Klingelschilder ohne Namen soll es an Wohnhäusern möglichst kaum noch geben Foto: Amin Akhtar

Von Sabine Flatau

Nach Pankow macht jetzt Friedrichshain-Kreuzberg ernst. Der Bezirk bestimmt Quartiere, wo Wohnungen nicht mehr umgewandelt werden dürfen.

Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg will gegen Ferienwohnungen vorgehen. Zunächst in den sogenannten Erhaltungsgebieten, deren städtebauliche und soziale Eigenart bewahrt werden soll. Es sind die Quartiere am Boxhagener Platz, an der nördlichen Bergmannstraße, am Chamissoplatz, an der Graefestraße, an der Hornstraße und in der Luisenstadt. Dort wird die Behörde den Hauseigentümern nicht mehr erlauben, Wohnungen für gewerbliche Zwecke zu nutzen, also etwa als Touristenunterkünfte.

"Damit soll erreicht werden, dass die als Ferienwohnungen umgenutzten Wohnungen wieder dem regulären Mietwohnungsmarkt zur Verfügung stehen", sagte Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne). Friedrichshain-Kreuzberg folgt damit dem Beispiel von Pankow. Der Nordost-Bezirk hatte diese Anordnung schon Anfang Januar 2013 im Amtsblatt veröffentlicht. Seither dürfen in den Pankower Erhaltungsgebieten wie etwa Teutoburger Platz, Humannplatz und Falkplatz Wohnungen nicht mehr als Ferienunterkunft vermietet werden. Das Amt hat bereits mit Kontrollen begonnen. Sie sollten wöchentlich durchgeführt werden, kündigte Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne) an. Schätzungen zufolge gibt es in Prenzlauer Berg rund 1500 Ferienwohnungen.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hat den Beschluss zu den Ferienwohnungen am Dienstag gefasst. Man reagiere damit auf das ausbleibende Versprechen der Koalition, ein effektiv wirkendes Zweckentfremdungsrecht schaffen zu wollen, teilte das Amt mit. Bislang zeichne sich nur ein Kompromiss ab, demzufolge nur eine Meldepflicht für Ferienwohnungen eingeführt werden soll. Anschließend sei für vier Jahre ein Bestandsschutz vorgesehen. "Das ist eine absurde Verkennung der Notlage vieler Mieter", so Schulz.

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