05.02.13

"Ekke" Lehmann

"Ausbrecherkönig" steht vor Gericht - wieder einmal

Bekannt wurde Ekke L. durch seine Gefängnisausbrüche. Nun wird dem 66-jährigen Berliner Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Von Hans H. Nibbrig
Foto: picture-alliance / ZB

Angeklagt: „Ekke“ Lehmann steht nicht zum esten Mal vor Gericht
Angeklagt: "Ekke" L. steht nicht zum esten Mal vor Gericht

Mehr als 30 Jahre lang hielt Eckehard L. die Berliner Polizei und Justiz in Atem. Die Liste seiner Straftaten ist lang, die Liste seiner zum Teil spektakulären Fluchten aus diversen Haftanstalten auch, weshalb ihm von Medien und Öffentlichkeit schon vor langer Zeit der zweifelhafte Titel eines "Ausbrecherkönigs" verliehen wurde. Zuletzt war es ruhiger um ihn geworden. Am Dienstag saß der 66-Jährige im Landgericht Moabit wieder einmal auf der Anklagebank. Es ging um Körperverletzung mit Todesfolge.

Am 31. März vergangenen Jahres soll "Ekke", wie er in einschlägigen Kreisen auch genannt wird, an einem heftigen Streit unter mehreren Personen am Leopoldplatz in Wedding beteiligt gewesen sein. Auch Alkohol war offenbar im Spiel, weshalb der Streit schließlich eskalierte. Dabei soll L. einem 37-Jährigen einen derart heftigen Schlag gegen den Brustkorb versetzt haben, dass das Opfer in der Nacht darauf starb. Eine Obduktion ergab, dass bei dem 37-jährigen Obdachlosen innere Blutungen und mehrere Rippenbrüche zum Tod führten.

"Ekke" weist Vorwürfe von sich

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte das Opfer gemeinsam mit anderen, zum Teil stark betrunkenen Obdachlosen die Nacht nach der Auseinadersetzung im Flur eines Einkaufszentrums an der Müllerstraße verbracht. Am nächsten Morgen gegen 6.30 Uhr erschien eine Reinigungskraft und forderte die Männer auf, das Zentrum zu verlassen. Alle kamen der Aufforderung nach, nur der 37-Jährige blieb reglos liegen. Alarmierte Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die Ermittlungen in der Sache gestalteten sich zunächst schwierig, vor allem die Befragung möglicher Zeugen erwies sich als ausgesprochen mühsam. Schließlich gelangten die Beamten dann doch auf die Spur von Eckehard LK., worauf die Staatsanwaltschaft Anklage erhob. Zum Prozessauftakt am Dienstag wies "Ekke" die Vorwürfe allerdings geradezu empört zurück. Er habe nicht zugeschlagen und kenne das Opfer überhaupt nicht, erklärte er den Richtern. Die hoffen jetzt, die Tat an den drei weiteren angesetzten Verhandlungstagen durch die Befragung von Zeugen aufklären zu können.

Langes Strafregister

Mehr als 20 Jahre seines Lebens hat L. hinter Gittern verbracht. Er wurde unter anderem verurteilt wegen Raub, Vergewaltigung, Erpressung, Körperverletzung und Bedrohung. Elf Mal gelang ihm die Flucht aus einer Haftanstalt oder bei Freigängen. Unterstützung erhielt er dabei unter anderem von einer Sozialarbeiterin und einer Polizistin, beide Frauen kostete es den Job.

Einmal kletterte er barfuß die Gefängnismauer in Tegel hoch und verschwand, ein anderes Mal entkam er in einem Wäschesack auf der Ladefläche eines Lkw. Legendär war eine Flucht in den 70er-Jahren. Er wurde schließlich im Strandbad Wannsee entdeckt. 100 Polizisten umstellten die Anlage, "Ekke" entkam mit einem Segelboot. Der Prozess wird am morgigen Donnerstag fortgesetzt, dass Urteil soll am 21. Februar gesprochen werden.

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