05.02.13

Ablösung

Berlin bekommt einen neuen US-Botschafter

627.000 Dollar soll er 2008 für Obama gespendet haben. Nun wird US Botschafter Murphy abgelöst - von einem ebenfalls großzügigen Spender.

Foto: Amin Akhtar

Wachablösung: Der bisherige US-Botschafter Philip D. Murphy in der Botschaft am Pariser Platz
Wachablösung: Der bisherige US-Botschafter Philip D. Murphy in der Botschaft am Pariser Platz

Mit der zweiten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama ändert sich offenbar auch das Personal in der US-Botschaft in Berlin: Der amtierende Botschafter Philip D. Murphy soll bereits im Frühsommer ersetzt werden, wie der Berliner Morgenpost bestätigt wurde. Die Frage der Nachfolge ist allem Anschein nach ebenfalls bereits geregelt. Auf den ehemaligen Goldman-Sachs-Mitarbeiter Murphy, der seit dem Jahr 2009 das Amt des Botschafters der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik bekleidet, folgt laut dem Nachrichtenmagazin "Focus" der 57 Jahre alte John Emerson.

Er hat sich während des US-Wahlkampfs einen Namen als großer Spender der Präsidentenkampagne der Demokraten gemacht, ein Umstand, dem er angeblich auch seine Berufung nach Berlin verdanken soll. Er gilt als eng verbunden mit Präsident Obama und arbeitete bereits für frühere demokratische US-Präsidenten. So war er unter dem Demokraten Bill Clinton Assistent im Weißen Haus. Darüber hinaus gilt der mögliche Murphy-Nachfolger als ein Mann der Kultur.

Einladung in US-Historienfilm für 300 Berlin Schüler

So ist er Vorsitzender des renommierten Los Angeles Music Center, eines der größten Zentren für Schauspiel, Oper und Konzerte in den Vereinigten Staaten und Präsident des Capital Group Private Client Service. Wie der potenzielle Nachfolger kommt auch der Harvard-Absolvent Philip Murphy, der fünf Jahre lang als Deutschland-Chef der Investmentbank Goldman Sachs in Frankfurt gearbeitet hatte, aus der Wirtschaft.

Während seiner knapp vier Jahre langen Amtszeit in der deutschen Hauptstadt versuchte er vor allem junge Menschen in seine Arbeit als Botschafter einzubeziehen. Bei sogenannten Town Hall Meetings besuchte er Universitäten und Schulen. Erst vor Kurzem lud er 300 Berliner Schülerinnen und Schüler zu einer Vorführung des Kinofilms "Lincoln" ins Cinema Paris.

Rolls-Royce-Triebwerke am Privatjet

Glanz verlieh er seinem Einstand als Botschafter 2009, als er mit einem Privatjet mit Rolls-Royce-Triebwerken auf dem Flughafen Tegel landete. Auch Philip Murphy war einer der wichtigsten Wahlkampfhelfer von 2008. Allein 627.000 Dollar soll Murphy aus seinem Privatvermögen gespendet haben.

Sollte Barack Obama nun den 57-jährigen John Emerson ernennen, folgt er damit einer Tradition, die auch schon frühere US-Präsidenten gepflegt haben. Vorgänger von Murphy, nach einer kurzen kommissarischen Verwaltung von John M. Koenig, war der Kugellager-Fabrikant William Timken, der ein Vertrauter der Familie von Präsident George W. Bush war.

Die US-Botschaft befindet sich seit der Eröffnung des neuen Gebäudes im Jahr 2008 wieder am Pariser Platz am Brandenburger Tor. Nach der Wiedervereinigung ging das Gelände wieder in den Besitz der Vereinigten Staaten über.

Quelle: les
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