03.02.13

Verfolgungsjagd

Berliner flüchtet vor Polizei und versteckt sich im Gebüsch

Bei einer Polizeikontrolle in Berlin-Tiergarten hat ein Autofahrer die Nerven verloren. Er missachtete Ampeln und raste bis nach Steglitz.

Von Peter Oldenburger
Foto: ABIX
Polizeibeamte haben den mutmaßlichen Fahrer unter einer Straßenbrücke gestellt
Polizeibeamte haben den mutmaßlichen Fahrer unter einer Straßenbrücke gestellt

Die Idee, der Berliner Polizei durch riskante Fahrmanöver entkommen zu können, erwies sich als Trugschluss. Nach einer rasanten Fahrt mit einem Smart von Tiergarten bis nach Steglitz wurde einem 19-Jährigen schließlich ein entgegenkommender Streifenwagen zum Verhängnis.

Der Tatverdächtige konnte am Ende gefasst werden, streitet allerdings ab, gefahren zu sein. Niemand hat beobachtet, wie der junge Mann aus dem Wagen, der in einem Gebüsch an der Schildhornstraße gelandet war, ausgestiegen ist.

Auch dem mutmaßlichen Beifahrer des Verdächtigen gelang es, unerkannt entkommen. Allerdings liegen nach Angaben der Polizei Aussagen von Beamten vor, die dennoch wenigstens den Fahrer überführen könnten. Somit dauern die polizeilichen Ermittlungen gegen den 19-Jährigen, der die Tatvorwürfe offenbar zurückweist, vorerst noch an.

Auslöser der überstürzten Flucht war ein simpler aber umso auffälliger technischer Defekt an dem dunklen Kleinwagen. Die Besatzung einer Funkstreife hatte am frühen Sonntagmorgen in der Nähe des Großen Sterns bemerkt, dass der schwarze Smart nur mit einem funktionstüchtigen Abblendlicht unterwegs war. Die Schutzpolizisten setzten sich neben den Smart und wiesen den Fahrer per Handzeichen an, zur Kontrolle am rechten Fahrbahnrand anzuhalten.

Ob der junge Mann am Steuer die Aufforderung nicht korrekt verstanden hat, ist unklar. Jedenfalls wurde der Smart in falscher Fahrtrichtung in den Kreisverkehr unter der "Goldelse" gesteuert und dann mit einer schnellen 180-Grad-Drehung gewendet.

Anschließend ging die Fahrt mit hohem Tempo die Hofjägerallee am Hotel Berlin vorbei in Richtung Süden weiter, unter ständiger Verfolgung des Streifenwagens. Mit mehr als 100 Stundenkilometern und halsbrecherischen Spurwechseln, wobei mehrere auf Rot geschaltete Ampeln ignoriert wurden, sei der Kleinwagen zunächst die Bundesallee hinunter gerast, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

Der Sichtkontakt der Verfolger zum Smart riss in Schöneberg vorübergehend ab, dem Vernehmen nach könnte der Kleinwagen zeitweilig mehr als Tempo 150 erreicht haben. Wie durch ein Wunder kam es bei der filmreifen Flucht nicht zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Vergeblich im Gebüsch versteckt

Über Martin-Luther-Straße, Innsbrucker Platz, Haupt- und Rheinstraße erreichte der Smart am Walther-Schreiber-Platz Steglitz. Dort kam dem Fahrer eine Funkstreife mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn entgegen. Kurz darauf stand der schwarze Wagen abgestellt unter der Überführung der Schildhornstraße über die Schloßstraße – ohne Insassen.

Polizeibeamte entdeckten den 19-Jährigen daraufhin in einem Gebüsch, wo er angeblich seine Notdurft verrichtet habe. Der Verdächtige bestritt, gefahren zu sein, wurde vorläufig festgenommen und verweigerte gegenüber den Beamten einen Alkoholtest.

Der Mann wurde in die Gefangenensammelstelle in die Gallwitzallee in Lankwitz gebracht, wo ihm laut Polizei Blut abgenommen wurde. Zwar lag am Sonntag noch kein Befund vor, doch der Verdächtige soll erkennbar unter Alkoholeinfluss gestanden haben. "Eine Fahrerlaubnis konnte der Mann nicht vorweisen", so Polizeisprecher Wolfgang Schubert. Der schwarze Smart wurde von der Polizei beschlagnahmt und soll im Verlauf dieser Woche von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht werden.

Der Vorgang aus der Nacht zu Sonntag ist alles andere als ein Einzelfall. Am 5. Januar 2013 hatten mehrere Funkstreifen und Zivilbeamte zwei Autodiebe quer durch die Stadt verfolgt. Die 30 und 44 Jahre alten Männer waren in der Mommsenstraße in Charlottenburg beobachtet worden, als sie einen Nissan aufbrachen und davonfuhren.

Erst auf der A113 in Neukölln konnte der Wagen gestoppt werden, nachdem die Diebe auf der Flucht mehrfach Polizeiwagen gerammt und erheblichen Sachschaden an den Fahrzeugen angerichtet hatten.

In der Silvesternacht hatte die Flucht eines 21-Jährigen an einer Tankstelle in Neukölln geendet. Der Mann und sein Beifahrer hatten aus dem Auto heraus Feuerwerkskörper auf Passanten geworfen.

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